4.6.2 Erzherzog Johann und die Steiermark

4.6.2 Erzherzog Johann und die Steiermark

Einleitung

Die Familie der Habsburger ist mit der Geschichte Österreichs untrennbar verbunden. Für die Steiermark ist wohl Erzherzog Johann ihr bedeutendstes Mitglied.

Didaktik


Erklärung

Erzherzog Johann

Erzherzog Johann, ein Habsburger

Erzherzog Johann wurde als Enkel Maria Theresias und als Sohn des Großherzogs der Toskana, des späteren Kaisers Leopold II und dessen Frau, der Tochter des spanischen Königs Karl III, Maria Ludovica von Spanien am 20. Jänner 1782 im Palazzo Pitti in Florenz geboren. Anders als seine zwölf Geschwister erhielt Johann einen einfachen Handwerker als Taufpaten, was sein Leben von Anfang an zu etwas Besonderem werden ließ.

Als dreizehntes von insgesamt sechzehn Kindern wuchs Johann Babtist zunächst in der Idylle seiner Heimatstadt auf. Seine Erziehung war bis zum sechsten Lebensjahr den Kammerfrauen überlassen, wobei sich Großherzog Leopold im Hintergrund stets um Bildung und Ausbildung seiner Kinder kümmerte. Deren Erziehung richtete er nach den damals wesentlichsten Gesichtspunkten einer aufgeklärten Pädagogik aus. Dabei war ihm vor allem Bürgernähe wichtig, Ungehorsam und Trotz wurden streng bestraft, Lügen war verboten. Als siebentem Sohn der Familie wurde Johann vermutlich von Anfang an klargemacht, dass er seine eigenen Ambitionen im Sinne der habsburgischen Rangordnung zugunsten seiner sechs älteren Brüder unterdrücken musste.

Johann verbrachte sehr viel Zeit an der frischen Luft und genoss die für das 18. Jahrhundert durchaus nicht selbstverständliche Bewegung im Freien. Seine spätere Leidenschaft für das Reisen und die Fähigkeit, mit einfachen Leuten reden zu können, wurden bei Spaziergängen geweckt, auf denen Johann die Lebensweise von Bauern und Handwerkern kennen lernte. Daneben wurden ihm durch die Kammerfrauen die italienische, französische und deutsche Sprache vermittelt. Für sein späteres Wirken war für Johann vor allem das Zusammensein mit seinem Vater Leopold bedeutend. Dessen ausgeprägtes Interesse für Naturwissenschaften, seine aufgeklärte, kluge, vorsichtige, gerechte und geschickte Art riefen in Johann eine tiefe Bewunderung hervor, sodass er sein eigenes Leben stets nach dem seines Vaters ausrichten wollte.

Mit der Vollendung des sechsten Lebensjahres begann für Johann der regelmäßige Unterricht. Dieser gestaltete sich anders als bei seinem Vater, der am Hof Maria Theresias unter strenger militärischer Herrschaft erzogen wurde. Aus Aufzeichnungen ist bekannt, dass Leopold sogar Kontakt zu Johann Heinrich Pestalozzi pflegte. Es spricht vieles dafür, dass sich Johann später eingehender mit den Auffassungen des Schweizer Pädagogen befasste. Dies zeigt sich vor allem in seinen eigenen Ideen über außerschulische Bildungsarbeit und Volksbildung, speziell in der Steiermark.

Mit dem Tod von Leopolds Bruder, Kaiser Josefs II im Februar 1790, änderte sich Johanns Leben. Leopold bestieg den Thron und die Familie übersiedelte nach Wien.

Von Wien über Tirol in die Steiermark

Mit dem Vater als Kaiser, der Mutter als Kaiserin und dem ältesten Bruder Franz als Thronfolger begann für Johann entsprechend dem Zeremoniell der eher steife, unpersönliche Alltag. Er entwickelte einen regelrechten Widerwillen gegenüber Wien, der sein gesamtes späteres Leben prägte. Vor allem Offiziere übernahmen von nun an Johanns Ausbildung und der intensive, regelmäßige Kontakt zu seinen Eltern nahm rapide ab. Da offizielle Aufgaben seinen älteren Brüdern vorbehalten waren, empfand Johann stärker denn je seine geburtsbedingte Benachteiligung. Während alle seine Brüder ihrerseits Funktionen innerhalb der habsburgischen Dynastie übernahmen, blieb Johann in Wien. Doch mit dem plötzlichen Tod Kaiser Leopolds II – er starb bereits zwei Jahre nach der Übernahme seiner Regentschaft infolge der Ruhr – und dem Tod Maria Ludovicas nur wenige Monate später, wurde der zehnjährige Johann zum Vollwaisen. Sein Bruder Franz bestieg den Kaiserthron und forcierte einen neuen Stil der Distanz und Unterwürfigkeit gegenüber dem Herrscher. Wie es sich für habsburgische Erzherzöge gehörte, wurde Johann im Militärwesen unterrichtet und in das praktische Soldatenleben eingeführt. Für Johann lag der Sinn darin, in einer gewissen Demütigung abermals der kleine, nachgeborene, gehorchende Bruder sein zu müssen. Daneben beschäftigte er sich ausgiebig mit Natur- und Volkskunde, wodurch sein Interesse an den Lebensbedingungen der Alpenbewohnerinnen und der Alpenbewohner, an der Natur und an der Erhaltung bäuerlicher Kultur- und Wesensformen stieg. Bäuerliche Offenheit, Patriotismus und ländliches Flair faszinierten Johann so sehr, dass er es stets praktisch und konkret zu fassen versuchte.

Im September 1800 übernahm Erzherzog Johann auf Wunsch seines Bruders Kaiser Franz in den Napoleonischen Kriegen erstmals das Oberkommando über die Armee. Dadurch sollte vor allem die Truppenmoral gestützt und gehoben werden, denn Johanns militärische Ausbildung war noch gar nicht abgeschlossen und er durfte ansonsten keine Befehle und Aufträge erteilen oder Entscheidungen treffen. Österreich trat im November 1800 aus der Defensivposition heraus und durch waldiges und unübersichtliches Gelände zur Offensive an. Bei Hohenlinden in der Nähe von München verlor die österreichische Armee schließlich gegen die stärksten französischen Verteidigungsstellungen. Nach dieser Niederlage wurde Erzherzog Johann zum Direktor der militärischen Akademie ernannt. Seine Aufgaben bestanden vor allem in der Leitung des Festungsbauwesens und in der Heranbildung geeigneter technischer Offiziere. Da die Verbindungen vom deutschen Reich und von der Donauregion zu den österreichischen Besitzungen in Oberitalien allesamt über die Alpen verliefen, stellten diese ein Problem für die habsburgische Militärstrategie gegen Napoleon dar. Also unternahm Erzherzog Johann 1801 seine erste Inspektionsreise von der Obersteiermark über das Salzkammergut, Salzburg, den Pinzgau und das Zillertal nach Tirol, wo er Pässe und Straßenverbindungen nach Bayern und in den Süden erkundete. Weitere solcher Reisen führten ihn nach Graz, Kärnten, Triest, Venedig, Südtirol und Oberitalien. Gleichzeitig waren diese immer mit natur- und landeskundlichen Expeditionen verbunden. So lernte Erzherzog Johann auch Andreas Hofer kennen. Ab 1805 organisierte er mit uneingeschränkter Vollmacht des Kaisers das Landesverteidigungswesen in Tirol. Im selben Jahr musste Österreich allerdings Tirol und Vorarlberg an Bayern abtreten. Erzherzog Johann hielt trotzdem engen Kontakt zu Freiherrn von Hormayr, der von Wien aus in Tirol einen Gebirgs- und Volkskrieg mit Andreas Hofer gegen die bayrische Besatzung vorbereitete. Dieser brach 1809 aus und endete nach mehreren Schlachten mit einer Niederlage der Aufständischen und der standesrechtlichen Erschießung Andreas Hofers. Wegen weiterer Mobilisierung für einen Aufstand gegen die Siegermacht wurde Erzherzog Johann von seinem Bruder Kaiser Franz I verboten, Tirol zu betreten. Dieses Verbot wurde erst 1833 aufgehoben. Erzherzog Johann wandte sich von nun an der Steiermark zu und widmete seine Interessen und seine Volksverbundenheit den Bewohnerinnen und den Bewohnern des Landes, ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten und der Förderung der materiellen und geistigen Kultur.

Erzherzog Johanns Wirken in der Steiermark

1807 erwarb Erzherzog Johann einen Landsitz in Thernberg im Süden von Niederösterreich. Hierhin zog er sich zunächst nach der Niederlage in Tirol zurück, führte erste landwirtschaftliche Versuche durch, legte Versuchsgärten für den Obstbau an und begann mit seinen naturwissenschaftlichen Sammlungen. Außerdem unternahm er von Thernberg aus ausgedehnte Wanderungen in die obersteirische Bergwelt und in die Südsteiermark. Erzherzog Johann hatte schon früher des Öfteren die Steiermark besucht, deren Naturschätze und Menschen ihn zutiefst berührt hatten und hier wurde er in vielfacher Weise sesshaft.
Erzherzog Johann brachte der aufblühenden Technik großes Interesse entgegen, sodass er Studienreisen nach Frankreich, England und andere Länder Europas unternahm. Seine Eindrücke waren von großer Bedeutung für die rückständische heimische Eisenindustrie, der er durch zeitgemäße Verbesserungen zu einem höheren Stellenwert im Welthandel verhelfen wollte. Das größte wirtschaftliche Potential erschloss sich Erzherzog Johann, indem er sich in Vordernberg niederließ, zwei Radwerke und die dazugehörigen Anteile an Eisenerzlagerstätten am Erzberg erwarb. Im Jahr 1829 schlossen sich durch ihn schließlich sämtliche Werke zur Vordernberger Radmeisterkommunität zusammen. Weiters schuf Erzherzog Johann mithilfe von Johann Dulnig ein neuartiges Transportsystem, das die Fuhrwerke der Radmeister ersetzte und gründete somit die Vordernberger Montanlehranstalt unter der Leitung von Peter Tunner. Diese genoss internationales Ansehen und wurde von Experten aus aller Welt stark frequentiert. Da sie dem Ansturm an Interessenten nicht mehr gerecht werden konnte, wurde sie wenige Jahre nach ihrer Eröffnung 1840 nach Leoben umgesiedelt. Somit bildet sie die Grundlage für die heutige Montanuniversität.

Erzherzog Johann sorgte sich auch um die Berg- und Hüttenarbeiter. Der Beruf des Bergmannes war durch die extrem harte körperliche und gefährliche Arbeit in den Gruben sehr unbeliebt. Niedrige Löhne brachten nicht genug abwechslungsreiche Ernährung und schlechte Wohnverhältnisse. Schwere Unfälle mit Verletzten und Toten standen auf der Tagesordnung. Erzherzog Johann erkannte, dass eine solidarische Gemeinschaftshilfe unentbehrlich war. Deshalb gründete er die so genannte erste allgemeine Bruderlade, eine soziale Einrichtung, die für die Behandlung kranker und für die Unterstützung alter, invalider Bergleute oder deren Witwen und Waisen sorgte. Alle Mitglieder waren an die Einzahlung von Geldbeträgen gebunden, bei Krankheit oder Todesfall wurden die entsprechenden Beträge ausbezahlt. Die Bergarbeiter wurden daneben kostenlos oder gegen einen geringen Zins auch in werkseigenen Quartieren untergebracht. Derartige Bruderladen gab es aber nur vereinzelt.

Am Beginn des 19. Jahrhunderts sprachen sich besonders Techniker deutlich für den Kohlebergbau in der Steiermark aus. Durch Bemühungen Erzherzog Johanns wurde die Kohle schließlich häufiger als Brennstoff verwendet. Wegen des Holzkohlemangels in der Steiermark setzte sich Erzherzog Johann außerdem engagiert für den Eisenbahnausbau ein. Damit eröffnete sich die Möglichkeit, Kohle aus der Weststeiermark ins obersteirische Eisenverarbeitungsgebiet und nach Wien zu bringen, um die Holzkohle zu ersetzen. Der steirische Abschnitt dieser Bahn trägt sogar den Namen Erzherzog Johann-Bahn. So wurde die erste Bahnstrecke der Steiermark, die Erzförderbahn nach Vordernberg, 1831 im Gebiet des Steirischen Erzberges erbaut. Kohle gehörte fortan zu den bedeutendsten Frachtgütern der Eisenbahn. Nebenbei diente sie ihr als Treibstoff.

Eine weitere Errungenschaft im Eisenwesen war der Bau der Südbahn von Wien über den Semmering nach Triest, ebenfalls vorangetrieben durch Erzherzog Johann. Der Bau der Graz-Köflacher-Bahn, dem größten Verkehrsunternehmen der Weststeiermark, wurde auch von Erzherzog Johann getragen. Die so genannte Graz-Köflacher-Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft (GKB) entstand 1856. In ihr schlossen sich die Betreiber der weststeirischen Kohlereviere mit der Einsicht zusammen, dass eine wirtschaftliche Nutzung der Kohlelagerstätten um Voitsberg und Köflach nur möglich war, wenn auch eine leistungsfähige Verfrachtung für die Kohle geschaffen werden konnte. Die Bahn versprach Graz nicht nur einen guten Absatzmarkt für Kohle, sondern ermöglichte ebenso einen Anschluss an die bereits zuvor erwähnte Südbahn.

Mit der Erlaubnis des Kaisers in Graz eine Lehranstalt einrichten zu dürfen, entstand 1811 das Landesmuseum Joanneum, das von nun an Erzherzog Johanns reichhaltige Sammlungen zur Natur, besonders der Mineralogie und Botanik, aber auch zu Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie beherbergte. Weiters erfolgte durch ihn eine systematische Aufnahme geognostischer Verhältnisse der Steiermark. Daraus entstand die Inländisch technologische Mineraliensammlung am Joanneum in Graz. Über Betreiben Erzherzog Johanns wurde schließlich ein privater Verein, der Geognostisch montanistische Verein von Innerösterreich und dem Lande ob der Enns gegründet. Sein Ziel war die „Durchforschung der Provinzen Steiermark, Kärnten, Krain und des Landes ob der Enns in allen ihren Theilen, zur Entdeckung und Aufschließung aller Arten nutzbringender Materialien, besonders der Erze“.

1818 erwarb Erzherzog Johann den Brandhof in der Nähe von Mariazell, den er zu einem Mustergut ausbauen ließ. 1819 gründete er die k. k. Landwirtschaftsgesellschaft für Steiermark und den Leseverein Am Joanneum. Das Joanneum selbst war ursprünglich eine naturwissenschaftlich-technische Lehranstalt. Um Vorkenntnisse für ein dortiges Studium zu schaffen, wurde 1845 auf Anraten Erzherzog Johanns die Landesoberrealschule (LOR) in Graz ins Leben gerufen. Am Joanneum konnten entsprechende Vorlesungen und praktische Übungen abgehalten werden. Daraus entwickelte sich später die Grazer Technische Hochschule, die seit 1975 nach ihrem Gründer den Namen Erzherzog-Johann-Universität trägt. Im Umfeld des Joanneums entstand ebenfalls die bedeutendste Landesbibliothek Österreichs. Weiters regte Erzherzog Johann eine Sammlung von Urkunden und anderen Schriften zur steirischen Landesgeschichte an. Daraus entstand das Steiermärkische Landesarchiv. Zudem gründete er 1850 den Historischen Verein für Steiermark, um breites Interesse für die Landesgeschichte zu wecken. Ferner gründete Erzherzog Johann 1837 den Verein zur Förderung und Unterstützung der Industrie und des Gewerbes, 1825 die Steiermärkische Sparkasse und 1828 die Wechselseitige Brandschaden-Ver-sicherungsgesellschaft. 1840 erwarb er das ehemalige Augustiner-Chorherren-stift Stainz, das er zu einem Schloss umgestaltete.


Abb. 1: Der Brandhof oder auch Schloss Brandhof wurde 1818 von Erzherzog Johann erworben. (Foto: D. Pirker, 2015)

Die Liebe zu Anna Plochl

Für Erzherzog Johann war eine standesgemäße Heirat mit Prinzessinnen aus großen Häusern nicht vorgesehen. So lernte er 1819 die um 22 Jahre jüngere Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl (1804–1885) kennen. Ab 1823 führte sie seinen Haushalt, doch aufgrund ihrer bürgerlichen Herkunft musste er viele Jahre warten, bevor er sie schließlich am 18. Februar 1829 um Mitternacht in der hauseigenen Kapelle am Brandhof ehelichen konnte. Es handelte sich um eine so genannte morganatische Ehe, in der weder die Braut noch ihre Nachkommen in der offiziellen Genealogie des Kaiserhauses aufscheinen durften. Erst 1833 konnte die Ehe offiziell bekannt gegeben werden. Am 11. März 1839 wurde das einzige Kind des Paares, Franz (1839–1891) geboren, der 1845 zum Grafen von Meran erhoben wurde. Anna Plochl wurde 1834 zur Freifrau von Brandhofen und später zur Gräfin von Meran. Diese Verbindung und Johanns Eintreten für ein geeintes Deutschland mit Österreich und Preußen sowie seine liberalen Neigungen und die Ablehnung des Systems Metternich trugen zu seiner Beliebtheit beim Bürgertum bei.

In seinen letzten Lebensjahren entfaltete Erzherzog Johann noch vielfältige Aktivitäten im steirischen Kultur- und Wirtschaftsleben. Er starb am 11. Mai 1859 in seinem Stadthaus, dem Palais Meran, in dem sich heute die Kunstuniversität Graz befindet. Begraben wurde er zunächst im Grazer Mausoleum. Seit 1869 befindet sich seine letzte Ruhestätte seinem Wunsch gemäß in der Grabkapelle des Schlosses Schenna bei Meran. Erzherzog Johann war durch sein schlichtes Auftreten beim Volk sehr beliebt und ist den Steirerinnen und Steirern bis heute ein Begriff.


Abb. 2: Zeittafel und Legende der Wirkungsstätten Erzherzog Johanns


Quelle und Bearbeiter

Quellenverzeichnis

Magenschab, H. (1981): Erzherzog Johann. Habsburgs grüner Rebell. Graz, Wien, Köln: Verlag Styria.

Erz und Eisen in der Grünen Mark. Katalog zur Steirischen Landesausstellung im Kammerhof – Eisenerz vom 12. Mai bis 14. Oktober 1984.

Glas und Kohle. Katalog zur Landesausstellung 1988 in Bärnbach/Weststeiermark. Graz: Leykam.

www.erzherzogjohann.steiermark.at

Scholz, B. (2011): Johann, Erzherzog von Österreich. Verfügbar unter:
http://lithes.uni-graz.at/handbuch/johann_erzherzog_von_oesterreich.html

Bildquelle:
http://www.museum-joanneum.at/upload/file/huber_krafft_I_2638_1_.jpg

Lehrplan Volksschule,
Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03

Lehrplan Volksschule,
Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03

Lehrplan Geographie
und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW
und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Lehrplan Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung, AHS Unterstufe/NMS:
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2016_II_113/BGBLA_2016_II_113.html

Lehrplan Geschichte
und Sozialkunde/Politische Bildung, AHS Oberstufe:

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Autorinnen und Autoren

Text und Arbeitsmaterialien:
Mag.a Inge Holzmann & Larissa Murg, BEd. (2012)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Kartengestaltung:
Mag.a Bernadette Kreuzer (2013), Mag.a Edeltraud Pirker (2019)

Webbearbeitung:
Mag.a Edeltraud Pirker (2019)


Didaktik

Dieser Themenbereich wird vornehmlich im Sachunterricht der 4. Schulstufe erarbeitet. Für die weiteren Schulstufen empfiehlt sich der Einsatz im Geschichteunterricht. Jedoch auch im Rahmen eines fächerübergreifenden Projektes (fächerübergreifender Unterricht) und unter
Berücksichtigung des leitenden Fragenbereichs „Österreich“ im Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, ist ein Aufgriff dieser Thematik auch in allen Schulstufen der Sekundarstufe I und II möglich.

Die formulierten Lehrplanbezüge versuchen das jeweilige Thema mit verschiedenen Lehrplaninhalten bzw. Lehrplanforderungen zu verknüpfen. Die möglichen Lernziele, welche mittels des Themas des Schulatlas erreicht werden sollen bzw. können, orientieren sich an den, in den Lehrplänen enthaltenen, Lerninhalten bzw. -zielen.  Wichtig zu beachten ist dabei, dass die alleinige Bearbeitung der Themen und Arbeitsmaterialen des Schulatlas Steiermark, die Erreichung der Lernziele nicht garantieren kann. Eine Einbettung dieser in eine umfassendere, sinnvolle sowie zielorientierte Unterrichtsvorbereitung ist dafür notwendig.

Lehrplanbezüge und Lernziele für die „Grundstufe“ sind immer auf den Sachunterricht ausgelegt. Jene der „Sekundarstufe I“ beziehen sich auf AHS bzw. NMS – Lehrpläne. „Sekundarstufe II“ ist nur auf AHS bezogen. Bei Lehrplanbezügen der BHS-Schulformen, sofern nichts in Klammer zusätzlich angemerkt ist, sind folgende Fächer gemeint: HLW und Tourismusschulen = Globalwirtschaft, Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft; HAK = Geografie (Wirtschaftsgeografie); HTL= Geografie, Geschichte und Politische Bildung; BAfEP = Geografie und Wirtschaftskunde.

Lehrplanforderungen Grundstufe II

Erfahrungs- und Lernbereich Zeit
Erste Einsichten für Veränderungen durch fachspezifische Arbeitstechniken gewinnen

  • Sammeln und Vergleichen von Bildern und Quellen (zB Chroniken, Erzählungen, Sagen und Bilddokumente)
  • Museumsbesuche, Lehrausgänge (zB historische Stätten) – Befragungen (zB Fachleute, Zeitzeuginnen, Zeitzeugen)

Die Vergangenheit des Wohnortes an einigen anschaulichen Beispielen erschließen, erste Kenntnisse aus der frühen lokalen und regionalen Geschichte gewinnen
Durch ausgewählte Bilder und andere Quellen aus der Geschichte und Kultur der Heimat einen ersten historischen Überblick gewinnen

  • Vergangenes (zB im Bundesland, in Österreich, in Europa) an einfachen Beispielen historischer Zeitbilder kennen lernen, einige zeitlich einordnen (zB Anlegen eines Zeitstreifens) und gegebenenfalls eine Beziehung zur Gegenwart herstellen
  • Beispiele aus dem Kulturschaffen des Landes kennen lernen

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geschichte und Sozialkunde

3. Klasse
Der Unterricht hat in Form von Modulen einen Einblick in die Geschichte des Zeitraumes vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu geben, wobei gegebenenfalls auch Kontinuitäten bis in die Gegenwart bewusst zu machen sind. Module der Politischen Bildung führen in zentrale Bereiche des Politischen ein.
Modul 8 (Politische Bildung): Identitäten
Thematische Konkretisierung:

  • Die Begriffe Identität und Identitätsbildung erklären und problematisieren;
  • Zwischen Selbst- und Fremdbild unterscheiden sowie die Bereitschaft zur Selbstreflexion entwickeln;
  • Bausteine nationaler Identitäten hinterfragen, Entstehungsmechanismen von Nationalismus analysieren;

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II – Geschichte und Sozialkunde

6. Klasse
3. Semester – Kompetenzmodul 3
Themenbereiche
Vom Beginn der Neuzeit bis zum ersten Weltkrieg unter Berücksichtigung von Gegenwartsphänomenen

  • die sozioökonomischen und geistig-kulturellen Umbrüche in der frühen Neuzeit in verschiedenen sozialen Schichten
  • die soziale, politische und wirtschaftliche Dynamik in und zwischen neuzeitlichen Herrschaftsgebieten
  • Herrschafts- und Staatsformen und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Kultur

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde

6. Klasse
3. Semester – Kompetenzmodul 3
Außerwert-und Inwertsetzung von Produktionsgebieten beurteilen

  •   Eignung von Räumen für die Tourismusentwicklung sowie Folgen der Erschließung beurteilen

8. Klasse
Kompetenzmodul 7
7. Semester
Lokal – regional – global: Vernetzungen – Wahrnehmungen – Konflikte
Politische Gestaltung von Räumen untersuchen

  • Ziele, Gestaltungsspielräume und Auswirkungen der Raumordnung erklären 
  • Konstruktionen von Räumen und raumbezogenen Identitäten untersuchen

Lehrplanforderungen BHS

HLW und Tourismusschulen (Geschichte und Politische Bildung):
II. Jahrgang:
3. Semester – Kompetenzmodul 3:
Aufgaben und Grundlagen der Geschichtswissenschaft:

  • Quellen und Methoden.

Orientierung in der Zeit:

  • Historische Kulturräume, Epochen und andere Möglichkeiten der Gliederung.

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • erste Kenntnisse aus der neuzeitlichen lokalen und regionalen Geschichte, exemplarisch anhand des Wirkens Erzherzog Johanns gewinnen. (Grundstufe II)
  • durch Anlegen eines Zeitstreifens das Leben von Erzherzog Johann historisch einordnen. (Grundstufe II)
  • die Begriffe Identität und Identitätsbildung anhand der Steiermark erklären und problematisieren. (Sekundarstufe I – Geschichte und Sozialkunde)
  • Bausteine nationaler Identitäten auf Bundeslandebene hinterfragen und die Rolle des Erzherzog Johanns für die steirische Identitätsbildung analysieren. (Sekundarstufe I – Geschichte und Sozialkunde)
  • die soziale, politische und wirtschaftliche Dynamik in neuzeitlichen Herrschaftsgebieten, exemplarisch anhand der Steiermark zurzeit Erzherzog Johanns diskutieren. (Sekundarstufe II – Geschichte und Sozialkunde)
  • Eignung der Steiermark, unter dem Einfluss Erzherzog Johanns, für die Tourismusentwicklung sowie Folgen der Erschließung beurteilen. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • die Verbindung von Erzherzog Johann mit der Steiermark als raumbezogene Identität begreifen und diese untersuchen. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • ausgewählte kulturelle Produkte der behandelten Epochen und Kulturen, exemplarisch hier das Schaffen Erzherzog Johanns in der Steiermark, im Kontext der jeweiligen Zeit verstehen. (HLW und Tourismusschulen)