2.3 Österreich

2.3 Österreich

Einleitung

In diesem Kapitel werden einige Grundlagenkarten geboten, die die Lage der Steiermark in Österreich präsentieren. Der Blick über die Bundeslandgrenzen hinaus bzw. das Erfassen der Vernetzung der Steiermark mit seinen Nachbarbundesländern in Form des Straßennetzes ermöglichen eine ganzheitliche Betrachtung. 

Die Arbeitskarten ermöglichen eine Wiederholung der Lehrinhalte in Form von Einzelarbeit. Weitere Karten, die ebenfalls Österreich zum Inhalt haben, finden sich in der Kartenwerkstatt im Kapitel „Die Steiermark in ihrem Umfeld“.

Didaktik

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Erklärung

Steiermark und Österreich

Die Steiermark ist eines der neun Bundesländer der Bundesrepublik Österreich. Ihre Hauptstadt ist Graz, welche gefolgt von Leoben, Kapfenberg, Bruck an der Mur und Feldbach nach Einwohnern auch mit Abstand die größte Stadt der Steiermark ist. Das flächenbezogen zweitgrößte, der Einwohnerzahl nach das viertgrößte Bundesland Österreichs grenzt an die österreichischen Bundesländer Kärnten, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und das Burgenland sowie im Süden an die Republik Slowenien. Die Bewohner werden als Steirer bezeichnet.

Das Bundesland Steiermark hat eine Fläche von 16.398,74 km²
und ist damit das zweitgrößte Bundesland Österreichs. Es verfügt über
eine 145 km lange Außengrenze mit Slowenien, womit es – abgesehen vom
Ausnahmefall Wien –
das Bundesland mit der geringsten Grenzlänge an das Ausland ist. Die
Binnengrenze zu den angrenzenden Bundesländern ist 870 km lang.

Die Steiermark hat 1.243.052 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2019). Die Bevölkerungsdichte beträgt 76 Einw. pro km.

Erklärung

Bezirke Österreichs

Die Bezirke in Österreich können seit 1. Jänner 2017 folgend unterteilt werden:

  • 15 Statutarstädte; diese haben ein erweitertes Stadtrecht (Statut). Der Bürgermeister, unterstützt vom Magistrat, übernimmt die Aufgaben der Bezirksverwaltung, das heißt, für diese Städte ist keine Bezirkshauptmannschaft zuständig.
  • 79 politische Bezirke mit Bezirkshauptmannschaften; ihr oberstes Organ ist der Bezirkshauptmann.
  • 1 Politische Expositur; sie ist eine Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Liezen innerhalb des Bezirks.

Auf die Gliederung in Bezirke folgt die Gliederung in Gemeinden als unterste Stufe der politischen Verwaltungsgliederung. Unterhalb der Gemeindeebene erfolgt noch eine organisatorische Gliederung nach Ortschaften, die grundbücherliche nach Katastralgemeinden, die statistische nach Zählbezirken und -sprengeln, und in den Städten auch eine interne Gliederung nach Stadtteilen, Wahlbezirken und anderem.

Die meisten der politischen Bezirke sind – nicht immer deckungsgleich – auch in Gerichtsbezirke unterteilt. Es gibt (einschließlich des Sprengels des Bezirksgerichts für Handelssachen Wien) 116 Gerichtsbezirke (Stand: 1. Jänner 2018) mit eigenen Bezirksgerichten. Die Zuständigkeit der Gerichtssprengel muss der Verwaltungsgliederung der Bezirke jedoch nicht folgen.

Die Bundeshauptstadt Wien ist sowohl Bundesland als auch politischer Bezirk in der Form einer Statutarstadt und daher auch Gemeinde. (Wien hat sich nach 1918 Jahrzehnte lang selbst vor allem als Gemeinde Wien bezeichnet.) Wien ist in 23 Gemeindebezirke unterteilt. Diese sind in ihrer Ausgestaltung jedoch nicht mit politischen Bezirken vergleichbar. Sie werden von gewählten Bezirksvorstehern geleitet, die aber nur wenige Kompetenzen haben.

Erklärung

Straßennetz Österreich

Die Gesamtlänge des österreichischen Straßennetzes (Bundes-, Landes- und Gemeindestraßen) betrug 2011 rund 124.510 Kilometer. Das hochrangige Straßennetz (Autobahnen und Schnellstraßen) umfasste dabei eine Länge von rund 2.180 Kilometer. Auf die Landesstraßen entfielen rund 33.660 und auf die Gemeindestraßen rund 88.670 Kilometer.
Autobahnen und Schnellstraßen: 2.180 km (2%)
Landesstraßen: 33.660 km (27%)
Gemeindestraßen: 88.670 km (71%)
Gesamt: 124.510 km  
 
Die Zuständigkeit für Bau, Betrieb und Erhaltung der Straßennetze ist zwischen ASFINAG (Autobahnen und Schnellstraßen), Bundesländern (Landesstraßen) und Gemeinden (Gemeindestraßen) verteilt.
Etwa ein Drittel der auf dem österreichischen Straßennetz zurückgelegten Kfz-Kilometer entfallen auf das hochrangige Straßennetz. 2011 wurden auf Autobahnen und Schnellstraßen 26.833 Mio. Kfz-Kilometer (+1,4 Prozent gegenüber 2010) zurückgelegt. Dabei entfielen auf den Leichtverkehr (Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht) 23.694 Millionen Kfz-Kilometer (+ 1,1 Prozent gegenüber 2010) und auf den Schwerverkehr (Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht) 3.139 Mio. Kfz-Kilometer (+3,7 Prozent gegenüber 2010).

Wichtige Anmerkung: Die Karte sowie die zugrundeliegenden Geodaten stammen aus dem Jahre 2015. Somit sind auf der Karte gewisse Straßenabschnitte
unter „…in Planung“ angeführt, welche mittlerweile eventuell fertiggestellt wurden. 



Didaktik

Die formulierten Lehrplanbezüge versuchen das jeweilige Thema mit verschiedenen Lehrplaninhalten bzw. Lehrplanforderungen zu verknüpfen. Die möglichen Lernziele, welche mittels des Themas des Schulatlas erreicht werden sollen bzw. können, orientieren sich an den in den Lehrplänen enthaltenen Lerninhalten bzw. -zielen.  Wichtig zu beachten ist dabei, dass die alleinige Bearbeitung der Themen und Arbeitsmaterialien des Schulatlas Steiermark die Erreichung der Lernziele nicht garantieren kann. Eine Einbettung dieser in eine umfassendere, sinnvolle sowie zielorientierte Unterrichtsvorbereitung ist dafür notwendig.

Lehrplanbezüge und Lernziele für die „Grundstufe“ sind immer auf den Sachunterricht ausgelegt. Jene der „Sekundarstufe I“ beziehen sich auf AHS- bzw. NMS-Lehrpläne. „Sekundarstufe II“ ist nur auf AHS bezogen. Bei Lehrplanbezügen der BHS-Schulformen, sofern nichts zusätzlich in Klammer angemerkt ist, sind folgende Fächer gemeint: HLW und Tourismusschulen =  Globalwirtschaft, Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft; HAK = Geografie (Wirtschaftsgeografie); HTL= Geografie, Geschichte und Politische Bildung; BAfEP = Geografie und Wirtschaftskunde.

Lehrplanforderungen Grundstufe II

Erfahrungsbereich Raum:

Pläne und Karten als geografische Darstellungsformen kennen und als Orientierungshilfen verwenden.
Auf der Grundlage anschaulicher Erfahrungen die Landschaftsdarstellung auf einfachen Karten erarbeiten.

  • Maßstab, Verkleinerung.
  • Höhendarstellung, Übungen im Umgang mit Karten.
  • Kartenzeichen kennen lernen.
  • Die Karte mit Hilfe des Kompasses ausrichten (Einordnen).

Verschiedene Karten lesen (z.B. Wanderkarte, Landkarte, Straßenkarte).

  • Mit Hilfe von Landkarten Einsichten in das eigene Bundesland erweitern.

Räume erschließen, dabei grundlegende geographische Einsichten und Informationen gewinnen. 
Kenntnisse über wichtige Bauwerke, Sehenswürdigkeiten, regionalen Besonderheiten etc. des Wohnortes/des Wohnbezirkes erwerben. 

  • Übersichten über die Lage einzelner Landschaften erarbeiten (Orte, Flüsse, Gebirge, Verkehrswege) und dabei Verständnis für Zusammenhänge anbahnen (z.B. Landschaft, Siedlung, Wirtschaft).
  • Das Beziehungs- und Wirkungsgefüge von Mensch und Landschaft an einem Beispiel (zentrale Lage – Verkehrsknoten – Industrie, schöne Landschaft – Fremdenverkehrszentrum) verstehen lernen.
  • Übersicht über das eigene Bundesland gewinnen (beispielhaft über Verkehrswege, politische Bezirke, Wirtschaft und Kultur sprechen).

Einen ersten Überblick über Österreich gewinnen.
Aspekte des Eingebundenseins in die Gemeinschaft Europas und der Welt diskutieren.
Durch den Bezug zum eigenen Erlebten eine vorurteilsfreie Annäherung an fremde Kulturen schaffen.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde

2. Klasse:
Der Dienstleistungsbereich:

  • Erwerben grundlegender Informationen und Fertigkeiten für die richtige Wahl von Verkehrsmitteln.
  • Erfassen, wie Regionen durch Verkehrseinrichtungen unterschiedlich erschlossen und belastet werden.

3. Klasse:
Lebensraum Österreich:

  • Anhand von unterschiedlichen Karten, Luft- und Satellitenbildern die Eigenart österreichischer Landschaften erfassen.
  • Einige Ursachen und Folgen der Bevölkerungsverteilung und -entwicklung erfassen.

Gestaltung des Lebensraums durch die Menschen:

  • Die Lebenssituation in zentralen und peripheren Gebieten vergleichend erfassen.
  • Vergleichen unterschiedlicher Standortpotenziale zentraler und peripherer Gebiete an den Beispielen Verkehr, Infrastruktur, Versorgung und Umweltqualität.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde

7. Klasse (5. Semester):
Kompetenzmodul 5:
Österreich – Raum – Gesellschaft – Wirtschaft.
Veränderungen der geopolitischen Lage Österreichs erläutern.  

  • Qualitäten österreichischer Grenzen seit dem 20. Jahrhundert in ihren diversen Auswirkungen erläutern.
  • Möglichkeiten grenzüberschreitender Regionalentwicklung unter dem Einfluss der europäischen Integration darstellen.

 Wirtschaftsstandort Österreich beurteilen.  

  • Vor-und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Österreich aus unterschiedlicher Sicht erarbeiten und mit anderen Staaten vergleichen.
  • Entstehung regionaler Disparitäten analysieren – Auswirkungen regionaler Disparitäten auf das Alltagsleben und die Wirtschaft erläutern.
  • Lebensqualität in Österreich diskutieren.

Lehrplanforderungen BHS

HAK:
I. Jahrgang, 1. und 2. Semester:
Räumliche Orientierung:

  • Kartografie und geografische Informationssysteme, topografische Grundlagen und Orientierungswissen.

II. Jahrgang, 4. Semester
Kompetenzmodul 4:
Räumliche Orientierung:

  • Topografische Grundlagen.

Wirtschafts- und Lebensraum Österreich:

  • Naturräumliche Nutzungspotenziale, demografische Strukturen, Wirtschaftsstandort, Infrastruktur und Raumplanung.

HLW und Tourismusschulen:
III. Jahrgang, 5. Semester
Kompetenzmodul 5:

  • Grundlagen der Geografie (Orientierung mit unterschiedlichen kartografischen Medien, physiogeografische Grundlagen).

V. Jahrgang, 10. Semester
Kompetenzmodul 9:

Österreich:

  • Naturräumliche Voraussetzungen und Nutzungen.
  • Wirtschaftsregionen und Wirtschaftssektoren (Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen, Tourismus, Energie, Verkehr).
  • Raumordnung und Raumplanung.

HTL:
I. Jahrgang:

  • Orientierungswissen durch traditionelle und digitale Informationsmedien; Grundlagen der Kartenkunde; Geografische Informationssysteme.

BAfEP:
I. Jahrgang, 1. und 2. Semester:
Bereich „Transfer in das pädagogische Berufsfeld“:

  • Geografische Hilfsmittel wie Globus, Karte oder Relief.

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • Landkarte und Straßenkarte lesen. (Grundstufe I)
  • einen ersten Überblick über Österreich mithilfe von Karten geben. (Grundstufe I)
  • einige Ursachen und Folgen der Bevölkerungsverteilung und -entwicklung mithilfe von Karten erfassen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Standortpotenziale zentraler und peripherer Gebiete anhand des Verkehrs bzw. Verkehrswege vergleichen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • österreichische Grenzen seit dem 20. Jahrhundert in ihren diversen Auswirkungen erläutern. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Vor-und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Österreich mit besonderer Berücksichtigung des Straßennetzes beurteilen. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • kartografische Darstellungsformen benennen, interpretieren und für unterschiedliche Fragestellungen anwenden. (HAK)
  • den Wirtschaftsstandort Österreich unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte (u.a. Straßennetz) beurteilen. (HAK)
  • Karten von Österreich im Zuge unterschiedlicher Fragestellungen anwenden. (HTL und Tourismusschulen)
  • Orientierungswissen durch traditionelle Informationsmedien wie Straßenkarten erlangen. (HTL)
  • mit geographischen Hilfsmittel wie u.a. der Karte Fragestellungen zu Österreich beantworten. (BAfEP)