1.3 Die Gemeinden der Steiermark

1.3 Die Gemeinden der Steiermark


Erklärung

Gemeinden der Steiermark

Die Karte an sich bedarf keiner näheren Erläuterung. Die Kennzeichnung der Gemeinden erfolgt über einen fünfstelligen Code, der in der Legende erklärt ist. Über diesen Code ist der Name der Gemeinde in den folgenden Tabellen rasch zu erschließen, weil die Gemeinde-Nummern in alphabetischer Reihenfolge vergeben sind. 
 
Im Jahr 1937 gab es in der Steiermark 1 029 Gemeinden. Gemeindezusammenlegungen finden in der Steiermark bereits seit 1948 statt. Im Rahmen dieses mehrjährigen Strukturreformprozesses erfolgte eine Reduzierung auf 561 Gemeinden. Im anschließenden Zeitraum nach 1968 wurden nur vereinzelt Gemeinden fusioniert, sodass Anfang 2010 die Zahl der Gemeinden 542 erreichte. 
 
Damit besaß die Steiermark immer noch die meisten Gemeinden aller österreichischen Bundesländer (23 % der 2 352 Gemeinden Österreichs). Die mittlere Fläche der steirischen Gemeinden betrug 30,2 km2, ihre mittlere Einwohnerzahl 2 179 bzw., wenn man Graz unberücksichtigt lässt, 1 766 (Daten der Volkszählung 2001). Vor dem Hintergrund der geringen Größe der Gemeinden (die Gemeinde Tyrnau, Bezirk Graz-Umgebung, war mit nur 151 EinwohnerInnen die mit der geringsten Bevölkerungszahl in der Steiermark) wurde die administrative Gliederung mitunter kritisiert. Dabei wurde ins Treffen geführt, dass die Verwaltung ineffizient sei und raumrelevante Entscheidungen – auf Grund der relativ hohen politischen Autonomie der Kommunen – zu wenig auf regionale Bedürfnisse („Kirchturmdenken“) abgestimmt würden. Dem steht das demokratiepolitische Argument der relativen Bürgernähe in für alle Akteurinnen und Akteure überschaubaren Gruppen und das föderalistische Prinzip entgegen. 
 
In einem umfangreichen politischen Diskussionsprozess wurde im Rahmen der aktuellen Gemeindestrukturreform die Zahl der steirischen Gemeinden in einem weiteren Schritt von 539 (Stand 01.01. 2013) auf 287 (seit 01.01.2015) reduziert. Damit beträgt die mittlere Einwohnerzahl der steirischen Gemeinden 3 312 (ohne Graz). Die durchschnittliche Gemeindefläche hat sich auf 57,1 km2 erhöht. 


Quelle und Bearbeiter

Quellenverzeichnis

Literatur:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung (2015): Kleine Steiermark Datei 2015, 35, S.36.

Amt der Steiermärkischen Landesregierung (2015): Die neue Steiermark ab 2015 – Reformen für eine gute Zukunft, S.36.
 
Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachbereich GIS.

Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulpraxis/lp/lp_vs.html

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS: 
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Bundesnormen/
NOR40207228/NOR40207228.pdf

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP): 
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Autorinnen und Autoren

Text:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb (2006, 2013, 2015)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Kartengestaltung:
Maga. Edeltraud Pirker, Maga. Bernadette Kreuzer (2006, 2011, 2013, 2016)

Arbeitsmaterialien:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb, Maga. Dr. Marlies Pietsch

Web-Bearbeitung:
Christian Lieb MSc.(2019)


Didaktik

Dieser Themenbereich kann als Erweiterung bzw. Vertiefung zum Themenbereich Bezirke und Bezirksstädte betrachtet werden. Allerdings ist der Einsatzbereich nicht die 4. Schulstufe, sondern die Inhalte bieten sich vorrangig für die 8. Schulstufe, bzw. für Erarbeitungen in der Sekundarstufe II oder im Wahlpflichtfach, an. Die räumliche Ebene der Gemeinde ist aber bei Unterrichtsprojekten mit lokalem Bezug in allen Schulstufen von Interesse.

Die formulierten Lehrplanbezüge versuchen das jeweilige Thema mit verschiedenen Lehrplaninhalten bzw. Lehrplanforderungen zu verknüpfen. Die möglichen Lernziele, welche mittels des Themas des Schulatlas erreicht werden sollen bzw. können, orientieren sich an den in den Lehrplänen enthaltenen Lerninhalten bzw. -zielen.  Wichtig zu beachten ist dabei, dass die alleinige Bearbeitung der Themen und Arbeitsmaterialien des Schulatlas Steiermark die Erreichung der Lernziele nicht garantieren kann. Eine Einbettung dieser in eine umfassendere, sinnvolle sowie zielorientierte Unterrichtsvorbereitung ist dafür notwendig.

Lehrplanbezüge und Lernziele für die „Grundstufe“ sind immer auf den Sachunterricht ausgelegt. Jene der „Sekundarstufe I“ beziehen sich auf AHS- bzw. NMS-Lehrpläne. „Sekundarstufe II“ ist nur auf AHS bezogen. Bei Lehrplanbezügen der BHS-Schulformen, sofern nichts zusätzlich in Klammer angemerkt ist, sind folgende Fächer gemeint: HLW und Tourismusschulen =  Globalwirtschaft, Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft; HAK = Geografie (Wirtschaftsgeografie); HTL= Geografie, Geschichte und Politische Bildung; BAfEP = Geografie und Wirtschaftskunde.

Lehrplanforderungen Grundstufe II

Erfahrungs- und Lernbereich Raum:
Pläne und Karten als geografische Darstellungsformen kennen und als Orientierungshilfen verwenden.

  • Verschiedene Karten lesen (z.B. Wanderkarte, Landkarte, Straßenkarte).
  • Mit Hilfe von Landkarten Einsichten in das eigene Bundesland erweitern. 

Räume erschließen, dabei grundlegende geographische Einsichten und Informationen gewinnen.

  • Kenntnisse über wichtige Bauwerke, Sehenswürdigkeiten, regionalen Besonderheiten etc. des Wohnortes/des Wohnbezirkes erwerben.
  • Übersicht über das eigene Bundesland gewinnen (beispielhaft über Verkehrswege, politische Bezirke, Wirtschaft und Kultur sprechen).

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde

1. Klasse:
Ein erster Überblick:

  • Regionale bzw. zonale Einordnung der im Unterricht durchgenommenen Beispiele.

2. Klasse:
Leben in Ballungsräumen:

  • Das Leben in Ballungsräumen und peripheren Räumen vergleichen.

3. Klasse:
Lebensraum Österreich:

  • Anhand von unterschiedlichen Karten, Luft- und Satellitenbildern die Eigenart österreichischer Landschaften erfassen.

Gestaltung des Lebensraums durch die Menschen:

  • Die Lebenssituation in zentralen und peripheren Gebieten vergleichend erfassen.
  • Vergleichen unterschiedlicher Standortpotenziale zentraler und peripherer Gebiete an den Beispielen Verkehr, Infrastruktur, Versorgung und Umweltqualität.
  • Die Notwendigkeit der Raumordnung begreifen.

4. Klasse:
Gemeinsames Europa – vielfältiges Europa:

  • Die Vielfalt Europas – Landschaft, Kultur, Bevölkerung und Wirtschaft– erfassen.
  • Informationen über ausgewählte Regionen und Staaten gezielt sammeln und strukturiert auswerten.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde

 5. Klasse (1. und 2. Semester):
Die soziale, ökonomisch und ökologisch begrenzte Welt.
Gliederungsprinzipien der Erde nach unterschiedlichen Sichtweisen reflektieren.

  • Gliederungsmöglichkeiten der Erde nach naturräumlichen, kulturellen, politischen und ökonomischen Merkmalen analysieren.
  • Interessensgebundenheit von Gliederungen vergleichen.
  • Geographien durch Zonierungen/Gliederungen/Grenzziehungen machen und reflektieren.

6. Klasse (4.Semester):
Vielfalt und Einheit – Das neue Europa.
Wettbewerbspolitik und Regionalpolitik bewerten.

  • Räumliche Disparitäten theoretisch begründen und anhand ausgewählter Beispiele veranschaulichen.
  • Regionale Entwicklungspfade vergleichen.
  • Anhand ausgewählter Beispiele die Veränderungen in Raum, Wirtschaft und Gesellschaft durch Beitritt und Mitgliedschaft in der Europäischen Union erörtern.

Lehrplanforderungen BHS  

HAK:
I. Jahrgang
Räumliche Orientierung:

  • Kartografie und geografische Informationssysteme, topografische Grundlagen und Orientierungswissen.

I.-II. Jahrgang
Räumliche Orientierung:

  • Topografische Grundlagen.

HLW und Tourismusschulen:
III. Jahrgang, 5. Semester
Kompetenzmodul 5:

  • Grundlagen der Geografie (Orientierung mit unterschiedlichen kartografischen Medien, physiogeografische Grundlagen).

HTL:
I. Jahrgang

  • Begriff, Bedeutung und Arbeitsmethoden der Geografie; naturgeografische und humangeografische Grundlagen.
  • Orientierungswissen durch traditionelle und digitale Informationsmedien; Grundlagen der Kartenkunde; Geografische Informationssysteme.

Die Schülerinnen und Schüler können …

  • verschiedene Karten lesen (in diesem Fall Landkarten). (Grundstufe II)
  • Einsichten in das eigene Bundesland erweitern. (Grundstufe II)
  • eine Übersicht über das eigene Bundesland durch Kenntnis von politischen Bezirken erlangen. (Grundstufe II)
  • die Stellung der Heimatgemeinde im Bezirk erfassen. (Grundstufe II)
  • Ballungsräume und periphere Räume vergleichen und beschreiben. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • anhand von Karten die Eigenart österreichischer, in diesem Fall steirischer, Landschaften in Verbindung mit politischen Gemeinden erfassen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • einige Ursachen und Folgen der Bevölkerungsverteilung und -entwicklung erfassen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Geographien exemplarisch durch Zonierungen/Gliederungen machen und diese reflektieren. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Interessensgebundenheit von Gliederungen erkennen und vergleichen. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • kartografische Darstellungsformen benennen, interpretieren und für unterschiedliche Fragestellungen anwenden. (HAK)
  • topografische Kenntnisse erweitern und diese für unterschiedliche Anwendungen nutzen. (HAK)
  • kartografische Medien anwenden. (HLW und Tourismusschulen)
  • die Grundlagen und Ziele der geografischen Arbeit benennen und beherrschen topografische und länderkundliche Grundkenntnisse. (HTL)

 

Die Karte besitzt keine unmittelbare Relevanz für die schulische Umweltbildung. Sie eignet sich aber zur Lokalisierung von Umweltfragen und zur Schärfung des Bewusstseins für Umweltprobleme, welche natürlich nicht an, noch dazu besonders engen, Gemeindegrenzen Halt machen. Andererseits wird besonders häufig in der umweltrelevanten Landesgesetzgebung die Gemeindegrenze aufgrund ihrer einfachen Administrierbarkeit als Abgrenzungskriterium herangezogen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Ausweisung der „Feinstaubsanierungsgebiete“ der Steiermark (LGBl. Nr. 116/2014).
 
In einer ganzheitlichen Perspektive wird diese vordergründig so „unpolitische“ Karte gerade über den Umweltaspekt auch als Einstieg in ausgewählte Fragen der politischen Bildung wertvoll (vgl. dazu – im Kontext des Unterrichts – beispielsweise: FALLEND, F., 2003: Arenen der Politik: Machtverteilung und Entscheidungsmuster in Bund, Ländern und Gemeinden. – In: DACHS, H., FASSMANN, H., (Hg.): Politische Bildung. Grundlagen – Zugänge – Materialien. Öbv & hpt Verlag, Wien, S. 84-93).