5.1 Luft/Luftreinhaltung

5.1 Luft/Luftreinhaltung

Einleitung

Das Bild rauchender Fabrikschlote haben viele von uns vor sich, wenn die Rede auf das Thema Luft kommt. Doch längst ist in der „postindustriellen Gesellschaft“ die Industrie nur mehr eine Einzelfacette des Problems, das je nach Schadstoff hinsichtlich Verursachern, Wirkungen und Gegenmaßnahmen differenziert betrachtet werden muss.

Der Schulatlas fokussiert auf Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Ozon und Staub (Feinstaub) und informiert umfassend über Emittenten, räumliche Verteilung und zeitliche Veränderlichkeit jener gesundheitsschädlichen Substanzen, die über die Atemluft in den menschlichen Körper gelangen.

Didaktik


Erklärung

Jahresmittelwerte von Feinstaub 2001 – 2017

Erklärung

Jahresmittelwerte von Schwefeldioxid 2001 – 2018

Erklärung

Jahresgang von Stickstoffdioxid 2001 – 2018


Quelle und Bearbeiter

Quellenverzeichnis

Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS

Datenquelle:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 15, Referat Luftreinhaltung

Weiterführende Literatur:
Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark, 2016: Unser Lebensmittel Luft (4. neu überarbeitete Auflage), Graz, 185 S.

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS:

https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf

Lehrplan Geographie
und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW
und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):

https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Autorinnen und Autoren

Text:
Mag. Dieter Pirker (2004, 2014)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Kartengestaltung:
Mag. Dieter Pirker (2004, 2014)

Arbeitsmaterialien:
Mag. Michael Krobath, Mag.a Dr.in Marlies Pietsch, Mag Dieter Pirker

Web-Bearbeitung:
Mag.a Bernadette Kreuzer (2019)


Didaktik

Fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten ist in allen Schulstufen zu fördern. Das Thema „Luftreinhaltung“ eignet sich besonders für den fächerverbindenden Unterricht in GW, BU, Physik und Chemie, wofür sich auch entsprechende Anknüpfungspunkte in den jeweiligen Lehrplänen finden. Viele Einsatzmöglichkeiten dieser Materialien in unterschiedlicher Intensität bieten sich in allen Schulstufen, da die Thematik Luft und Luftschadstoffe eine äußerst sensible und aktuelle ist. Verständnis für die Natur und Umwelt und in diesem Kontext für die Luft als Lebensgrundlage des Menschen soll aufgebaut werden. Die kritische Auseinandersetzung mit Statistiken, die Aufarbeitung von räumlichen Daten und Informationsmaterial, und die Auswirkungen wachsender Verkehrsströme auf die Umwelt sind weitere Lehrplanforderungen. Die Lehrplanforderungen beziehen sich nicht ausschließlich auf Luft und Luftschadstoffe, sondern sind im komplexen Bereich Umwelt zu finden. 

Die formulierten Lehrplanbezüge versuchen das jeweilige
Thema mit verschiedenen Lehrplaninhalten bzw. Lehrplanforderungen zu
verknüpfen. Die möglichen Lernziele, welche mittels des Themas des Schulatlas erreicht
werden sollen bzw. können, orientieren sich an den, in den Lehrplänen
enthaltenen, Lerninhalten bzw. -zielen.  Wichtig zu beachten ist dabei, dass die
alleinige Bearbeitung der Themen und Arbeitsmaterialen des Schulatlas
Steiermark, die Erreichung der Lernziele nicht garantieren kann. Eine
Einbettung dieser in eine umfassendere, sinnvolle sowie zielorientierte Unterrichtsvorbereitung
ist dafür notwendig.

Lehrplanbezüge und Lernziele für die „Grundstufe“ sind immer
auf den Sachunterricht ausgelegt. Jene der „Sekundarstufe I“ beziehen sich auf
AHS bzw. NMS – Lehrpläne. „Sekundarstufe II“ ist nur auf AHS bezogen. Bei
Lehrplanbezügen der BHS-Schulformen, sofern nichts in Klammer zusätzlich angemerkt
ist, sind folgende Fächer gemeint: HLW und Tourismusschulen = Globalwirtschaft,
Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft; HAK = Geografie
(Wirtschaftsgeografie); HTL= Geografie, Geschichte und Politische Bildung;
BAfEP = Geografie und Wirtschaftskunde.

 

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde

2. Klasse
Leben in Ballungsräumen:

  • Das Leben in Ballungsräumen und peripheren Räumen vergleichen.
  • Erfassen von Merkmalen, Aufgaben und Umweltproblemen in Ballungsräumen.
  • Erkennen der Vernetzung zwischen Kernstadt und Umland.

Der Dienstleistungsbereich:

  • Erfassen der wirtschaftlichen Bedeutung von Freizeit und Tourismus.
  • Erwerben grundlegender Informationen und Fertigkeiten für die richtige Wahl von Verkehrsmitteln.
  • Erfassen, wie Regionen durch Verkehrseinrichtungen unterschiedlich erschlossen und belastet werden.

3. Klasse
Gestaltung des Lebensraums durch die Menschen:

  • Die Lebenssituation in zentralen und peripheren Gebieten vergleichend erfassen.
  • Vergleichen unterschiedlicher Standortpotenziale zentraler und peripherer Gebiete an den Beispielen Verkehr, Infrastruktur, Versorgung und Umweltqualität.

4. Klasse
Gemeinsames Europa – vielfältiges Europa:

  • Informationen über ausgewählte Regionen und Staaten gezielt sammeln und strukturiert auswerten.
  • Erkennen, dass manche Gegenwarts- und Zukunftsprobleme nur überregional zu lösen sind, um damit die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit gesamteuropäischen Fragen zu fördern.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde

5. Klasse (1. und 2. Semester)
Die soziale, ökonomisch und ökologisch begrenzte Welt
Geoökosysteme der Erde analysieren

  • Klimadaten in Diagramme umsetzen

Nutzungskonflikte an regionalen Beispielen reflektieren

  •   Regionale Konflikte über die Verfügbarkeit von knappen Ressourcen (Boden, Wasser, Bodenschätze, usw.) und dahinter stehende politische Interessen erklären
  •   Tragfähigkeit der Einen Welt zukunftsorientiert reflektieren

7. Klasse
5. Semester – Kompetenzmodul 5
Österreich – Raum – Gesellschaft – Wirtschaft
Wirtschaftsstandort Österreich beurteilen

  • Vor-und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Österreich aus unterschiedlicher Sicht erarbeiten und mit anderen Staaten vergleichen 
  • Lebensqualität in Österreich diskutieren

6. Semester – Kompetenzmodul 6
Österreich – Raum – Gesellschaft – Wirtschaft
 Naturräumliche Chancen und Risiken erörtern

  • Geoökologische Faktoren und Prozesse erklären 
  • Naturräumliche Gegebenheiten als Chance der Regionalentwicklung erkennen  
  • Naturräumliche sowie soziale Gegebenheiten und Prozesse als Ursachen ökologischer Probleme erörtern  
  • Eigene Strategien für ökologisch nachhaltiges Handeln entwickeln

8. Klasse – Kompetenzmodul 7
7. Semester
Lokal – regional – global: Vernetzungen – Wahrnehmungen – Konflikte
Chancen und Gefahren der Globalisierung

  • Globalen Wandel und seine ökonomischen, sozialen und ökologischen Ursachen und Wirkungen – auch hinsichtlich der eigenen Lebenssituation – erörtern
  • Strategien individuell, betrieblich und gesellschaftlich nachhaltigen Handelns entwickeln

Lehrplanforderungen BHS

HAK:
I. Jahrgang (1. und 2. Semester)
Geoökologische Wirkungsgefüge und wirtschaftliche Auswirkungen:

  • Endogene und exogene Kräfte (Entstehung und Veränderung), Naturkatastrophen und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen, Atmosphäre und Wetter, Wechselspiel zwischen Klima und Vegetation, wirtschaftliche Nutzungen und ihre Auswirkungen (Konfliktfelder und Konfliktbewältigung bezüglich Umwelt, Bodenschätze, Ressourcenverteilung)

HLW und Tourismusschulen:
IV. Jahrgang:
8. Semester – Kompetenzmodul 8:

  • Ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit.

HTL:
I. Jahrgang:

  • Geofaktoren und ökologisches Wirkungsgefüge; landschaftsökologische Zonen der Erde.
  • Wechselwirkungen zwischen Ökosystemen; Ressourcenknappheit und Tragfähigkeit der Erde; Nachhaltigkeit in der Raumnutzung; Nutzungskonflikte; Lebensraum Österreich.

BAfEP:
III. Jahrgang:
5. Semester (Kompetenzmodul 5):
Bereich „Gesellschaft“:

  • Umgang mit Ressourcen, ökologischer Fußabdruck, Partizipation in der Zivilgesellschaft insbesondere am Beispiel Österreich

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • Merkmale, Aufgaben und Umweltprobleme in Ballungsräumen nennen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Messwerte in Diagramme umsetzen, lesen und interpretieren. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • unterschiedlicher Standortpotenziale zentraler und peripherer Gebiete an den Beispielen Verkehr und Umweltqualität mit Fokus auf Luftqualität vergleichen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • mögliche Lösungsansätze für Gegenwarts- und Zukunftsprobleme, wie Umweltprobleme, entwerfen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • die Tragfähigkeit der Einen Welt, mit speziellem Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit, zukunftsorientiert reflektieren. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Lebensqualität, unter Bezugnahme der Luftqualität, in Österreich diskutieren. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • naturräumliche sowie soziale Gegebenheiten und Prozesse als Ursachen ökologischer Probleme erkennen und erörtern. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen von endogenen und exogenen Kräften erklären. (HAK)
  • die Notwendigkeit einer nachhaltigen Wirtschaft vor dem Hintergrund der Ressourcenverknappung beurteilen. (HLW und Tourismusschulen)
  • Nutzungskonflikte und Ökokrisen, anhand des Beispiels der Luftqualität,  erklären. (HTL)
  • Luft als eine Ressource begreifen und den Umgang damit diskutieren. (BAfEP)

Luftreinhaltung und Lufthygiene stellen ein zentrales Kapitel des Umweltschutzes dar. Luftverunreinigungen sind unvermeidbar, da sie das Ergebnis von lebensnotwendigen Aktivitäten des Menschen sind wie beispielsweise Nahrungsmittelzubereitung, Raumwärme, Körperpflege, Bekleidungsherstellung, Wohnraumschaffung sowie mit dem daraus resultierenden Transport, der dafür notwendigen Güter und Arbeitskräfte. Demgegenüber steht allerdings der lebensnotwendige Bedarf an möglichst schadstofffreier Atemluft. Das zentrale Anliegen des modernen Luftreinhaltegedankens besteht darin, für diesen Widerspruch einen nachhaltigen Kompromiss zu finden. 

In den vergangenen 40 Jahren konnten deutliche Erfolge bei der Reduktion der Schwefeldioxidbelastung der Luft erzielt werden. Hingegen bewirken die bisherigen Maßnahmen  zur Verminderung der Stickstoffoxide und des Ozons noch keine ausreichende Reduktion dieser Immissionskonzentrationen in der Steiermark. Die Feinstaubproblematik stellt  aber derzeit wohl die größte Herausforderung im Rahmen der Luftreinhaltung und Lufthygiene dar.