1.4 Die Bezirke und Bezirkshauptstädte der Steiermark

1.4 Die Bezirke und Bezirkshauptstädte der Steiermark

Einleitung

Diese Kartensequenz erlaubt das Verfolgen der administrativen Hierarchie der Steiermark von der europäischen (NUTS 3 Gliederung) bis auf die regionale Ebene (Bezirke und Bezirkshauptstädte).

Diese Materialien eignen sich zum Training topographischer Kenntnisse, durchaus aber auch zur Erarbeitung weitergehender Kompetenzen: Das harmonische Zusammenspiel der unterschiedlichen regionalen Ebenen gilt als wichtige Herausforderung im „neuen Europa“.

Didaktik

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Erklärung

1.4.1 Bezirke und Bezirkshauptstädte

Die Gliederung der Steiermark in 13 Bezirke ist Inhalt der Karte. In den Unterrichtsmaterialien sollen die Bezirke auch über die jeweiligen Autokennzeichen identifiziert werden. Dies geht bei den obersteirischen Bezirken Leoben und Liezen über die Bezirke selbst hinaus, weshalb es in der Steiermark 15 verschiedene Kennzeichen gibt (siehe Arbeitskarten!).
 
Die Hierarchie der administrativen Gliederung Österreichs umfasst im Wesentlichen die folgenden 4 Stufen: 

  • Gesamtstaat
  • Bundesländer (9)
  • (Politische) Bezirke (Österreich: 94, Steiermark: 13)
  • Gemeinden (Österreich: 2 096, Steiermark: 287)

Diese – im Falle Österreichs historisch gewachsene und schon im 19. Jh. in der Grundstruktur fixierte – Gliederung dient einerseits einer effizienten Verwaltung und Raumorganisation, andererseits auch der Ermöglichung politischer Mitbestimmung durch Bürgerinnen und Bürger jeweils auf allen räumlichen Ebenen (nach dem Subsidiaritätsprinzip).
 
Die Sondersituation im Bezirk Liezen ergibt sich einerseits aus dessen Größe (mit 3 270 km2 ist er der größte Österreichs und übertrifft damit sogar das Bundesland Vorarlberg um ein Viertel!) und andererseits aus der traditionell nur schwachen zentralörtlichen Position der Bezirkshauptstadt Liezen. Deshalb übernimmt die politische Expositur Gröbming einzelne Funktionen des Bezirkshauptortes. Bei Leoben hat die Stadt als Ausdruck ihrer Größe (2012: rund 24 600 Ew.), aber auch ihrer weit über den politischen Bezirk hinausreichenden zentralörtlichen Bedeutung ein eigenes Autokennzeichen, ohne ein selbständiger Bezirk zu sein.
 
Weitere Informationen und aktuelle Daten zu den Bezirken können unter www.verwaltung.steiermark.at (besonders in der dort als pdf-Datei verfügbaren Broschüre „Kleine Steiermark Datei“) abgerufen werden.

Erklärung

1.4.2 NUTS 3 Gliederung

Neben der Gliederung in Bezirke hat für statistische Zwecke in jüngerer Zeit auch die Gliederung nach NUTS-Einheiten an Bedeutung gewonnen. Hierbei handelt es sich um eine von der EU eingeführte Raumeinteilung („Nomenclature des unités territoriales statistiques“), die eine unionsweite Vergleichbarkeit von Regionaldaten ermöglichen soll, was auch für schulische Zwecke von großer Bedeutung ist. Die hierarchische Gliederung von NUTS hat keinen Einfluss auf Verwaltung, Politik oder Gesetze:
 

Bezeichnung Zahl der Einheiten in Österreich Einheiten
NUTS 0 1 Österreich
NUTS 1 3

Ostösterreich (Wien, Niederösterreich, Burgenland)
Südösterreich
(Steiermark, Kärnten)
Westösterreich (Oberösterreich, Salzburg, Tirol,
Vorarlberg)

 NUTS 2 9 Bundesländer
NUTS 3 35 Steiermark – 6 Einheiten:
Graz (G, GU)
Liezen (LI inklusive GB)
Östl. Obersteiermark (BM, LE/LN) 
Oststeiermark (HF, SO, WZ)
West- und Südsteiermark (DL, LB, VO)
Westl. Obersteiermark (MT, MU)

Für den Schulgebrauch wichtig erscheint schließlich – besonders in der Sekundarstufe 2 – die Thematisierung der Qualität von Grenzen. Hier wäre die Einsicht zu vermitteln, dass nur die hier präsentierten administrativen Grenzen als scharfe Linien zu verstehen sind, an denen der Gültigkeitsbereich von Gesetzen und Normen „schlagartig“ endet. Bei fast allen anderen in Karten sichtbaren „Grenzen“ handelt es sich hingegen um Generalisierungen von, in der Wirklichkeit als breite Säume entwickelten, Übergangszonen.


Quelle und Bearbeiter

Quellenverzeichnis

Statistik Austria:
www.statistik.at 

Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachbereich GIS

Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulpraxis/lp/lp_vs.html

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS: 
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Bundesnormen/
NOR40207228/NOR40207228.pdf

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Autorinnen und Autoren

Text:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb (2004, 2012, 2013)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Kartengestaltung:
Heidemarie Proyer, Mag.a Bernadette Kreuzer (2004, 2012, 2013, 2015)

Arbeitsmaterialien:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb, Mag.a Dr.in Marlies Pietsch

Web-Bearbeitung:
Christian Lieb MSc. (2019)


Didaktik

Dieser Themenbereich wird schwerpunktmäßig in der 4. Schulstufe behandelt. Die administrative Gliederung der Steiermark ist aber auch in allen Jahrgängen der Sekundarstufe I und II bei der Erarbeitung verschiedener Themenstellungen nach dem exemplarischen Prinzip verwendbar.

Die formulierten Lehrplanbezüge versuchen das jeweilige Thema mit verschiedenen Lehrplaninhalten bzw. Lehrplanforderungen zu verknüpfen. Die möglichen Lernziele, welche mittels des Themas des Schulatlas erreicht werden sollen bzw. können, orientieren sich an den, in den Lehrplänen enthaltenen, Lerninhalten bzw. -zielen.  Wichtig zu beachten ist dabei, dass die alleinige Bearbeitung der Themen und Arbeitsmaterialen des Schulatlas Steiermark die Erreichung der Lernziele nicht garantieren kann. Eine Einbettung dieser in eine umfassendere, sinnvolle sowie zielorientierte Unterrichtsvorbereitung ist dafür notwendig.

Lehrplanbezüge und Lernziele für die „Grundstufe“ sind immer auf den Sachunterricht ausgelegt. Jene der „Sekundarstufe I“ beziehen sich auf AHS- bzw. NMS-Lehrpläne. „Sekundarstufe II“ ist nur auf AHS bezogen. Bei Lehrplanbezügen der BHS-Schulformen, sofern nichts zusätzlich in Klammer angemerkt ist, sind folgende Fächer gemeint: HLW und Tourismusschulen =  Globalwirtschaft, Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft; HAK = Geografie (Wirtschaftsgeografie); HTL= Geografie, Geschichte und Politische Bildung; BAfEP = Geografie und Wirtschaftskunde.

Lehrplanforderungen Grundstufe I

Erfahrungs- und Lernbereich Raum:
Einfache geographische Gegebenheiten der näheren Umgebung kennen und benennen.

  • Geländeformen, Gewässer, Verkehrswege, Wohnstätten…

Lehrplanforderungen Grundstufe II

Erfahrungs- und Lernbereich Raum:
Pläne und Karten als geografische Darstellungsformen kennen und als Orientierungshilfen verwenden.

  • Verschiedene Karten lesen (z.B. Wanderkarte, Landkarte, Straßenkarte).
  • Mit Hilfe von Landkarten Einsichten in das eigene Bundesland erweitern.

Räume erschließen, dabei grundlegende geographische Einsichten und Informationen gewinnen.

  • Übersicht über das eigene Bundesland gewinnen (beispielhaft über Verkehrswege, politische Bezirke, Wirtschaft und Kultur sprechen).

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde

1. Klasse:
Ein erster Überblick:

  • Regionale bzw. zonale Einordnung der im Unterricht durchgenommenen Fallbeispiele ausführen.

3. Klasse:
Lebensraum Österreich:

  • Anhand von unterschiedlichen Karten, Luft- und Satellitenbildern die Eigenart österreichischer Landschaften erfassen.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde

5. Klasse (1. und 2. Semester):
Die soziale, ökonomisch und ökologisch begrenzte Welt.
Gliederungsprinzipien der Erde nach unterschiedlichen Sichtweisen reflektieren.

  • Gliederungsmöglichkeiten der Erde nach naturräumlichen, kulturellen, politischen und ökonomischen Merkmalen analysieren.
  • Interessensgebundenheit von Gliederungen vergleichen.
  • Geographien durch Zonierungen/Gliederungen/Grenzziehungen machen und reflektieren.

Lehrplanforderungen BHS

HAK:
I. Jahrgang (1. und 2. Semester)
Räumliche Orientierung:

  • Kartografie und geografische Informationssysteme, topografische Grundlagen und Orientierungswissen.

II. Jahrgang (3. und 4. Semester)
Räumliche Orientierung:

  • Topografische Grundlagen.

HLW und Tourismusschulen:
III. Jahrgang, 5. Semester
Kompetenzmodul 5:

  • Grundlagen der Geografie (Orientierung mit unterschiedlichen kartografischen Medien, physiogeografische Grundlagen).

V. Jahrgang, 10. Semester
Kompetenzmodul 9:

  • Österreich: Raumordnung und Raumplanung.

HTL:
I. Jahrgang:

  • Orientierungswissen durch traditionelle und digitale Informationsmedien; Grundlagen der Kartenkunde; Geografische Informationssysteme;
    Geografische Gliederungsmodelle im Vergleich.
     

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • verschiedene Karten lesen. (Grundstufe II)
  • mit Hilfe von Landkarten Einsichten in das eigene Bundesland erweitern. (Grundstufe II)
  • die Bezirke der Steiermark auf der Karte verorten. (Grundstufe II)
  • sich eine Übersicht über das eigene Bundesland verschaffen indem sie beispielhaft über politische Bezirke sprechen. (Grundstufe II)
  • regionale bzw. zonale Einordnung der im Unterricht durchgenommenen Fallbeispiele ausführen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • anhand von unterschiedlichen Karten die Eigenart österreichischer Landschaften mit politischen Bezirken der Steiermark beschreiben und in Verbindung setzen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Gliederungsmöglichkeiten der Erde nach politischen Merkmalen analysieren. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Interessensgebundenheit von Gliederungen exemplarisch vergleichen. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Geographien exemplarisch durch Zonierungen/Gliederungen/Grenzziehungen machen und reflektieren. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • kartografische Darstellungsformen benennen, interpretieren und für unterschiedliche Fragestellungen anwenden. (HAK)
  • kartografische Medien anwenden. (HLW)
  • die Grundlagen und Ziele der geografischen Arbeit, topografische und länderkundliche Grundkenntnisse wiedergeben . (HTL)

Der Karteninhalt bietet Ansatzpunkte zur Umwelterziehung der Schülerinnen und Schüler über deren Orientierungskompetenz.