5.3 Wasser

Einleitung

In der Nähe fast jeder Schule findet sich ein zumindest kleiner Bach. Im Alltag kennt man meist nur diesen kleinen Ausschnitt des Gewässers. Doch wo kommt er her und wo fließt er hin? Ist das Wasser sauber oder verschmutzt? Was lebt in diesem Gewässer?

Über das Kennenlernen von Kleinsttierarten, die im und um den Bach leben, wird das Thema Gewässergüte wortwörtlich „lebendig“. Ein Erfassen der Zusammenhänge zwischen dem Handeln des wirtschaftenden Menschen, der Gewässergüte und damit der Lebensbedingungen in Gewässern soll erlernt werden.

Karten

Didaktik



Quelle und Bearbeiter

Quellenverzeichnis

Literatur:
Österreichisches Zentrum für Umwelterziehung, 2000 : Handreichung WASSER – Die Wassermappe, Graz, 121 S.

Österreichisches Zentrum für Umwelterziehung, 2000 : Handreichung WASSER – Unterrichtspraktischer Teil, Graz.

Amt der Steiermärkischen Landesregierung, 2004: Steirischer Gewässergüteatlas 2004, Graz, 69 S.

Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS

Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP): 
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Lehrplan Biologie und Umweltkunde, AHS Unterstufe/NMS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs5_779.pdf?61ebyf

Lehrplan Biologie und Umweltkunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Autorinnen und Autoren

Text:
Mag. Dieter Pirker (2006)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Kartengestaltung:
Mag.a Edeltraud Posch & Mag. Dieter Pirker (2006)

Arbeitsmaterialien:
Mag. Michael Krobath

Web-Bearbeitung:
Mag.a Bernadette Kreuzer (2019)


Didaktik

Die Bedeutung der Wahrnehmung und Bewertung von Umwelt und die Kenntnisse der Probleme des Umweltschutzes aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht sind allgemeine Bildungs- und Lehraufgaben des GW–Unterrichts und in allen Schulstufen zu berücksichtigen.  Diese Thematik wird auch schwerpunktmäßig im Unterrichtsfach Biologie und Umweltkunde behandelt. Daher bieten sich diese Materialien besonders für den fächerübergreifenden Unterricht und Projekte an. Es gilt nicht nur ökologische Grundbegriffe zu erarbeiten und zu vertiefen, sondern auch positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens hinsichtlich heimischer Gewässer zu analysieren und zu hinterfragen und Umweltprobleme, deren Ursache und Lösungsvorschläge zu erarbeiten bzw. an konkreten Beispielen aufzuzeigen.

Die formulierten Lehrplanbezüge versuchen das jeweilige
Thema mit verschiedenen Lehrplaninhalten bzw. Lehrplanforderungen zu
verknüpfen. Die möglichen Lernziele, welche mittels des Themas des Schulatlas erreicht
werden sollen bzw. können, orientieren sich an den, in den Lehrplänen
enthaltenen, Lerninhalten bzw. -zielen.  Wichtig zu beachten ist dabei, dass die
alleinige Bearbeitung der Themen und Arbeitsmaterialen des Schulatlas
Steiermark, die Erreichung der Lernziele nicht garantieren kann. Eine
Einbettung dieser in eine umfassendere, sinnvolle sowie zielorientierte Unterrichtsvorbereitung
ist dafür notwendig.

Lehrplanbezüge und Lernziele für die „Grundstufe“ sind immer
auf den Sachunterricht ausgelegt. Jene der „Sekundarstufe I“ beziehen sich auf
AHS bzw. NMS – Lehrpläne. „Sekundarstufe II“ ist nur auf AHS bezogen. Bei
Lehrplanbezügen der BHS-Schulformen, sofern nichts in Klammer zusätzlich angemerkt
ist, sind folgende Fächer gemeint: HLW und Tourismusschulen = Globalwirtschaft,
Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft; HAK = Geografie
(Wirtschaftsgeografie); HTL= Geografie, Geschichte und Politische Bildung;
BAfEP = Geografie und Wirtschaftskunde.

 

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde

1. Klasse
Ein Blick auf die Erde:

  • Erwerben grundlegender Informationen über die Erde mit Globus, Karten, Atlas und Bildern.

2. Klasse
Gütererzeugung in gewerblichen und industriellen Betrieben:

  • Erfassen der Auswirkungen von Betrieben und Produktionsprozessen auf die Umwelt.

3. Klasse
Lebensraum Österreich:

  • Anhand von unterschiedlichen Karten, Luft- und Satellitenbildern die Eigenart österreichischer Landschaften erfassen.

Gestaltung des Lebensraums durch die Menschen:

  • Vergleichen unterschiedlicher Standortpotenziale zentraler und peripherer Gebiete an den Beispielen Verkehr, Infrastruktur, Versorgung und Umweltqualität.

4. Klasse
Gemeinsames Europa – vielfältiges Europa:

  • Die Vielfalt Europas – Landschaft, Kultur, Bevölkerung und Wirtschaft– erfassen.
  • Informationen über ausgewählte Regionen und Staaten gezielt sammeln und strukturiert auswerten.
  • Erkennen, dass manche Gegenwarts- und Zukunftsprobleme nur überregional zu lösen sind, um damit die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit gesamteuropäischen Fragen zu fördern.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Biologie und Umweltkunde

2. Klasse
Ökologie und Umwelt:

  • Anhand der Ökosysteme Wald und heimisches Gewässer sind ökologische Grundbegriffe (biologisches Gleichgewicht, Nahrungsbeziehungen, ökologische Nische, Produzent – Konsument – Destruent) zu erarbeiten und zu vertiefen. Positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens sind hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Ökosysteme Wald und heimisches Gewässer zu analysieren und zu hinterfragen. Umweltprobleme, deren Ursache und Lösungsvorschläge sind zu erarbeiten. Umwelt-, Natur- und Biotopschutz sollen an konkreten Beispielen demonstriert werden.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II  – Geographie und Wirtschaftskunde

5. Klasse (1. und 2. Semester)
Die soziale, ökonomisch und ökologisch begrenzte Welt
Geoökosysteme der Erde analysieren

  • Wechselwirkungen von Klima, Relief, Boden, Wasser und Vegetation analysieren

Nutzungskonflikte an regionalen Beispielen reflektieren

  •   Regionale Konflikte über die Verfügbarkeit von knappen Ressourcen (Boden, Wasser, Bodenschätze, usw.) und dahinter stehende politische Interessen erklären.

6. Klasse
3. Semester – Kompetenzmodul 3
Vielfalt und Einheit – Das neue Europa
Außerwert-und Inwertsetzung von Produktionsgebieten beurteilen

  • Abhängigkeit landwirtschaftlicher Nutzung vom Naturraumpotential untersuchen
  • Eignung von Räumen für die Tourismusentwicklung sowie Folgen der Erschließung beurteilen

7. Klasse
6. Semester – Kompetenzmodul 6
Österreich – Raum – Gesellschaft – Wirtschaft
Naturräumliche Chancen und Risiken erörtern

  • Geoökologische Faktoren und Prozesse erklären 
  • Naturräumliche Gegebenheiten als Chance der Regionalentwicklung erkennen  
  • Naturräumliche sowie soziale Gegebenheiten und Prozesse als Ursachen ökologischer Probleme erörtern 

Lehrplanforderungen BHS

HAK:
I. Jahrgang (1. und 2. Semester):
Geoökologische Wirkungsgefüge und wirtschaftliche Auswirkungen:

  • Wechselspiel zwischen Klima und Vegetation, wirtschaftliche Nutzungen und ihre Auswirkungen (Konfliktfelder und Konfliktbewältigung bezüglich Umwelt, Bodenschätze, Ressourcenverteilung)

II. Jahrgang
4. Semester – Kompetenzmodul 4:
Wirtschafts- und Lebensraum Österreich:

  • Naturräumliche Nutzungspotenziale

HLW und Tourismusschulen:
III. Jahrgang:
5. Semester – Kompetenzmodul 5:
Lehrstoff:

  • Nutzung von Naturräumen

V. Jahrgang – Kompetenzmodul 9:
10. Semester
Lehrstoff:
Österreich:

  • Naturräumliche Voraussetzungen und Nutzungen.

HTL: 
I. Jahrgang:

  • Wechselwirkungen zwischen Ökosystemen; Ressourcenknappheit und Tragfähigkeit der Erde; Nachhaltigkeit in der Raumnutzung; Nutzungskonflikte; Lebensraum Österreich.

BAfEP:
I. Jahrgang:
1. und 2. Semester:
Bereich „Naturräume“:

  • Landschaftsökologische Zonen, wirtschaftliche Nutzung

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • Auswirkungen von Betrieben und damit verbundenen Produktionsprozessen auf die Wasserqualität von Flüssen oder Seen beschreiben. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • anhand unterschiedlicher Karten die Eigenart steirischer Landschaften mit Fokus auf Gewässer erfassen. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • die Gewässergüte als Gegenwarts- und Zukunftsprobleme beschreiben, welches nur überregional zu lösen ist. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • negative Folgen menschlichen Wirkens  hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Ökosystem heimisches Gewässer analysieren. (Sekundarstufe I – Biologie und Umweltkunde)
  • regionale Konflikte über die Verfügbarkeit von knappen Ressourcen, exemplarisch anhand von Gewässer, in Verbindung mit dahinter
  • stehende politische Interessen erklären. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • die Abhängigkeit landwirtschaftlicher Nutzung vom Naturraumpotential Wasser, exemplarisch anhand der steirischen Gewässergüte, untersuchen. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • naturräumliche Gegebenheiten wie Flüsse als Chance der Regionalentwicklung erkennen und analysieren. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde )
  • naturräumliche Gegebenheiten Österreichs exemplarisch anhand der Eigenheiten der steirischen Gewässer und deren Qualität beschreiben. (HLW und Tourismusschulen)
  • naturräumliche Nutzungspotenziale exemplarisch anhand der steirischen Flüsse analysieren. (HAK)
  • Nutzungskonflikte und Ökokrisen exemplarisch anhand der steirischen Gewässer erkennen und erklären. (HTL)
  • Nutzungen und Gefährdungen natürlicher Lebensräume, in diesem Fall Gewässer durch den Menschen analysieren. (BAfEP)

Gewässerreinhaltung ist ein zentrales Thema im Umweltschutzbereich. Erhebung, Analyse, Darstellung und Interpretation der Fließgewässergüte betreffen nicht nur das Schulfach Geographie und Wirtschaftskunde sondern auch Biologie (Zeigerorganismen), Chemie (Inhaltsstoffe), Physik (Fließdynamik) und Geschichte (Wirtschaftsgeschichte). Daher ist ein fächerübergreifender Ansatz wünschenswert um die komplexen Zusammenhänge vermitteln zu können. 
Da die in der Steiermark angewandte Methodik und Systematik für Gewässeruntersuchungen im gesamten europäischen Raum Anwendung findet, lassen sie sich am Beispiel unseres Bundeslandes als ein allgemein anerkanntes Umweltschutzinstrument vermitteln.