4.6.1 Wichtige kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten in der Steiermark

4.6.1 Wichtige kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten in der Steiermark

Einleitung

Aus der Vielzahl kulturgeschichtlicher Monumente in der Steiermark beinhaltet die Karte nur eine kleine Auswahl. Diese erfolgte nicht auf Grund klar definierter Kriterien, sondern subjektiver Bewertung durch den Bearbeiter, wobei jene Sehenswürdigkeiten berücksichtigt wurden:

  • die in Schulbüchern (mitunter ohne exakte Verortung) häufig genannt oder abgebildet sind,
  • die als besondere Kristallisationspunkte der steirischen Landesgeschichte gelten,
  • denen in den Regionen Bedeutung als Identifikationsmerkmale zukommt und
  • die sich speziell als Zielpunkte von Exkursionen und anderen „outdoor lessons“ eignen.

Didaktik

 zum Bereich navigieren


Erklärung

Kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten

In der Karte werden die folgenden Kategorien unterschieden:

Stifte:
Die fünf großen Klöster der Steiermark spielen eine besondere Rolle in der Kulturgeschichte. Durch ihre mittelalterliche Kolonisationstätigkeit wurden in weiten Teilen des Landes die heutige Kulturlandschaft und mit ihr wichtige Attribute der Umweltqualität grundgelegt.

Wallfahrts- und andere bedeutende Kirchen:
In der Kunstgeschichte kommt sakralen Bauwerken eine besondere Bedeutung zu. Gerade in dieser Kategorie wurde eine nur sehr kleine Auswahl getroffen, um die Karte nicht zu überladen.

Schlösser und Burgen:
Sie spielen im säkularen Bereich eine ähnliche Rolle wie die Klöster im kirchlichen. Auch hierbei wurde in die Karte nur eine kleine Auswahl jener Objekte aufgenommen, die auch besichtigt werden können.

Stift Seggau von der Kreuzkogel-Aussichtswarte. (Foto: M. Lieb

Mittelalterliche Stadtbilder:
In fast ganz Europa haben die historischen Kerne der in der Regel im Mittelalter mit Stadtrechten ausgestatteten Siedlungen ihre Funktion als Stadtzentren bis zum heutigen Tag bewahrt. Die Karte zeigt jene, in denen die historische Baukörperstruktur und Architektur besonders gut erhalten ist.

Andere kulturelle Sehenswürdigkeiten:
Die heterogene Auswahl umfasst eine breite inhaltliche Palette von historischen Bergbaustätten bis zum volkskundlichen Freilichtmuseum. Bei vielen der Objekte ist der Übergang zu naturlandschaftlichen Sehenswürdigkeiten fließend.


Quelle und Bearbeiter

Quellenverzeichnis

Kartengrundlage: 
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS

Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf

Lehrplan Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung, AHS Unterstufe/NMS:
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2016_II_113/
BGBLA_2016_II_113.html

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP): 
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Autorinnen und Autoren

Text:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb (2004)

Kartengestaltung:
Mag. Dieter Pirker & Heidemarie Proyer (2004, 2013)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Arbeitsmaterialien: 
Mag.a Dr.in Marlies Pietsch & Barbara Bretler (2004)

Web-Bearbeitung:
Mag.a Edeltraud Pirker (2019)

Redaktionelle Bearbeitung:
Nora Schopper BA MSc


Didaktik

Dieser Themenbereich wird vorwiegend im Sachunterricht der 3. und 4. Schulstufe  der Primarstufe behandelt. Hinsichtlich verschiedener Zielsetzungen ist die Karte jedoch in allen Schulstufen und Schulformen verwendbar. 

Die formulierten Lehrplanbezüge versuchen das jeweilige Thema mit verschiedenen Lehrplaninhalten bzw. Lehrplanforderungen zu verknüpfen. Die möglichen Lernziele, welche mittels des Themas des Schulatlas erreicht werden sollen bzw. können, orientieren sich an den, in den Lehrplänen enthaltenen, Lerninhalten bzw. -zielen.  Wichtig zu beachten ist dabei, dass die alleinige Bearbeitung der Themen und Arbeitsmaterialien des Schulatlas Steiermark die Erreichung der Lernziele nicht garantieren kann. Eine Einbettung dieser in eine umfassendere, sinnvolle sowie zielorientierte Unterrichtsvorbereitung ist dafür notwendig.

Lehrplanbezüge und Lernziele für die „Grundstufe“ sind immer auf den Sachunterricht ausgelegt. Jene der „Sekundarstufe I“ beziehen sich auf AHS- bzw. NMS-Lehrpläne. „Sekundarstufe II“ ist nur auf AHS bezogen. Bei Lehrplanbezügen der BHS-Schulformen, sofern nichts zusätzlich in Klammer angemerkt ist, sind folgende Fächer gemeint: HLW und Tourismusschulen =  Globalwirtschaft, Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaft; HAK = Geografie (Wirtschaftsgeografie); HTL= Geografie, Geschichte und Politische Bildung; BAfEP = Geografie und Wirtschaftskunde.

Lehrplanforderungen Grundstufe II

Erfahrungs- und Lernbereich Raum:
Pläne und Karten als geografische Darstellungsformen kennen und als Orientierungshilfen verwenden.
Auf der Grundlage anschaulicher Erfahrungen die Landschaftsdarstellung auf einfachen Karten erarbeiten. 

  • Maßstab, Verkleinerung, Höhendarstellung.

Übungen im Umgang mit Karten:

  • Kartenzeichen kennen lernen; die Karte mit Hilfe des Kompasses ausrichten (Einordnen).
  • mit Hilfe von Landkarten Einsichten in das eigene Bundesland erweitern.

Räume erschließen, dabei grundlegende geographische Einsichten und Informationen gewinnen.
Kenntnisse über wichtige Bauwerke, Sehenswürdigkeiten, regionalen Besonderheiten etc. des Wohnortes/des Wohnbezirkes erwerben.

  • Übersichten über die Lage einzelner Landschaften erarbeiten (Orte, Flüsse, Gebirge, Verkehrswege) und dabei Verständnis für Zusammenhänge anbahnen (z.B.  Landschaft, Siedlung, Wirtschaft).
  • Das Beziehungs- und Wirkungsgefüge von Mensch und Landschaft an einem Beispiel (zentrale Lage – Verkehrsknoten – Industrie, schöne Landschaft – Fremdenverkehrszentrum) verstehen lernen.
  • Übersicht über das eigene Bundesland gewinnen (beispielhaft über Verkehrswege, politische Bezirke, Wirtschaft und Kultur sprechen).

Erfahrungs- und Lernbereich Zeit:
Erste Einsichten für Veränderungen durch fachspezifische Arbeitstechniken gewinnen.

  • Beobachten und Erkunden.
  • Sammeln und Vergleichen von Bildern und Quellen (z.B. Chroniken, Erzählungen, Sagen und Bilddokumente).
  • Museumsbesuche, Lehrausgänge (z.B. historische Stätten).

Durch ausgewählte Bilder und andere Quellen aus der Geschichte und Kultur der Heimat einen ersten historischen Überblick gewinnen.
Die Vergangenheit des Wohnortes an einigen anschaulichen Beispielen erschließen, erste Kenntnisse aus der frühen lokalen und regionalen Geschichte gewinnen. 
Vergangenes (z.B. im Bundesland, in Österreich, in Europa) an einfachen Beispielen historischer Zeitbilder kennen lernen, einige zeitlich einordnen (z.B. Anlegen eines Zeitstreifens) und gegebenenfalls eine Beziehung zur Gegenwart herstellen.
Beispiele aus dem Kulturschaffen des Landes kennen lernen.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde

1. Klasse:
Ein Blick auf die Erde:

  • Erwerben grundlegender Informationen über die Erde mit Globus, Karten, Atlas und Bildern.

2. Klasse:
Der Dienstleistungsbereich:

  • Erfassen der wirtschaftlichen Bedeutung von Freizeit und Tourismus.

4. Klasse:
Gemeinsames Europa – vielfältiges Europa:

  • Die Vielfalt Europas – Landschaft, Kultur, Bevölkerung und Wirtschaft – erfassen.
  • Informationen über ausgewählte Regionen und Staaten gezielt sammeln und strukturiert auswerten.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe I – Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung

2. Klasse:
Modul 1 (Historische Bildung): Historische Quellen und Darstellungen der Vergangenheit.
Kompetenzkonkretisierung:

  • Besondere Merkmale von Darstellungen herausarbeiten und mit anderen Darstellungen vergleichen.
  • Merkmale von Quellen und Darstellungen erkennen.

Thematische Konkretisierung:

  • Anhand von Beispielen von der Urgeschichte bis zur Gegenwart den Unterschied von Geschichte und Vergangenheit herausarbeiten.
  • Verschiedene Quellentypen und Darstellungsformen anhand von konkreten Beispielen hinsichtlich ihrer Charakteristika unterscheiden.

Lehrplanforderungen Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde

6. Klasse (3. Semester):
Kompetenzmodul 3:
Vielfalt und Einheit – Das neue Europa.
Außerwert- und Inwertsetzung von Produktionsgebieten beurteilen.  

  • Eignung von Räumen für die Tourismusentwicklung sowie Folgen der Erschließung beurteilen.

Lehrplanforderungen BHS

HAK:
I. Jahrgang (1. und 2. Semester):
Räumliche Orientierung:

  • Kartografie und geografische Informationssysteme, topografische Grundlagen und Orientierungswissen.

II. Jahrgang (4. Semester):
Wirtschafts- und Lebensraum Österreich:

  • Tourismus.

HLW und Tourismusschulen:
III. Jahrgang (5. Semester):
Kompetenzmodul 5:

  • Grundlagen der Geografie (Orientierung mit unterschiedlichen kartografischen Medien, physiogeografische Grundlagen).

HLW und Tourismusschulen (Geschichte und Politische Bildung):
II. Jahrgang (3. Semester):
Kompetenzmodul 3:

Aufgaben und Grundlagen der Geschichtswissenschaft:

  • Quellen und Methoden.

BAfEP:
I. Jahrgang (1. und 2. Semester):
Bereich „Transfer in das pädagogische Berufsfeld“:

Geografische Hilfsmittel wie Globus, Karte oder Relief.

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • die auf der Karte enthaltenen Sehenswürdigkeiten benennen, zuordnen und verorten. (Grundstufe II)
  • beispielhaft über wichtige kulturelle Sehenswürdigkeiten der Steiermark sprechen. (Grundstufe II)
  • die Bedeutung des steirischen Tourismus anhand von Regionen mit kulturellen Sehenswürdigkeiten beschreiben. (Sekundarstufe I – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • Merkmale der Quellen kulturhistorischer Stätten, Gebäude usw. charakterisieren. (Sekundarstufe I – Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung)
  • Eignung von Räumen für die Tourismusentwicklung exemplarisch anhand von wichtigen Sehenswürdigkeiten der Steiermark bewerten. (Sekundarstufe II – Geographie und Wirtschaftskunde)
  • kartografische Darstellungsformen benennen, interpretieren und für unterschiedliche Fragestellungen anwenden. (HAK)
  • kartografische Medien anwenden. (HLW und Tourismusschulen)
  • historische Sehenswürdigkeiten als historische Quellen beschreiben. (HLW und Tourismusschulen – Geschichte und Politische Bildung)
  • einfache geografische Kompetenzen (z.B. Karten lesen, auf Sachverhalt verwenden) anwenden. (BAfEP)

Der Karteninhalt bietet nur indirekte Anknüpfungspunkte für die schulische Umweltbildung, hat darin aber Bedeutung im Sinne einer ganzheitlichen Raumwahrnehmung, in die letztlich auch Umweltprobleme und Umweltverantwortung eingebettet sein müssen.

In der Unterrichtspraxis erleichtern hochrangige Sehenswürdigkeiten durch ihre Assoziativität sowohl die Orientierung im Raum als auch die Identifikation mit diesem. Dies kann bei der Behandlung umweltrelevanter Themen mit regionalem Bezug eine wesentliche didaktische Hilfestellung sein.

Schließlich könnte die Auseinandersetzung mit den gegenständlichen Objekten in den Schülerinnen und Schülern auch die Einsicht wecken helfen, dass der Kulturraum eine wesentliche Facette unserer Umwelt ist und ebenso durch spezifische Schutzkategorien (z.B. Denkmal- und Ortsbildschutz) gegen anders geartete Interessen abgesichert werden muss.