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GESELLSCHAFT, WIRTSCHAFT UND KULTUR

Land- und Forstwirtschaft

Einleitung

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Land- und Forstwirtschaft bzw. dem primären Sektor der Steiermark. Im Fokus steht ein Vergleich der Agrarquote der steirischen Gemeinden des Jahres 1981 mit den Jahr 2018. Mithilfe der Karten sowie der beiliegenden Texte soll insbesondere das Phänomen der "Deagrarisierung" der Steiermark thematisiert werden.


Agrarquote der Steiermark 1981
Agrarquote der Steiermark 1981

Die Karte zeigt die Agrarquote der steirischen Gemeinden für das Jahr 1981. Die Agrarquote wird immer in Prozent angegeben und stellt den Anteil der Berufstätigen in der Land- und Forstwirtschaft an der Gesamtheit der Berufstätigen in einer Gemeinde dar. Auf dieser Karte werden die unterschiedlichen Agrarquoten mithilfe des Farbspektrums weiß - grün in fünf Klassen dargestellt. Gemeinden, die weiß gekennzeichnet sind, weisen eine vergleichsweise niedrige Agrarquote (0,6 - 8,8 %) auf. Am anderen Ende des Spektrums in dunkelgrün werden Gemeinden mit einer (sehr) hohen Agrarquote (34,3 - 54,3%) dargestellt.
Zwischen diesen beiden finden sich noch drei weitere Klassen, welche in hellgrün - grün dargestellt sind und eine vergleichsweise mittelhohe Agrarquote symbolisieren.

Insbesondere beim Vergleich mit der Karte "Agrarquote der Steiermark 2018" fällt auf, dass die Gemeindegrenzen andere sind bzw. dass es 1981 noch mehr Gemeinden als 2018 gab. Dies ist auf die Gemeindestrukturreform von 2015 zurückzuführen, im Zuge derer verschiedene Gemeinden zusammengelegt worden sind (mehr dazu unter "1.3 Die Gemeinden der Steiermark"). Darüber hinaus sind die Agrarquoten der meisten Gemeinden im Jahr 1981 höher als 2018. Der Grund für die höheren Agrarquoten von 1981 liegt im Wesentlichen darin, dass die Steiermark vor etwa 40 Jahren noch stärker agrarisch geprägt war. Das bedeutet, dass ein höherer Anteil an Arbeitskräften im primären Sektor (Land- und Forstwirtschaft) tätig war als das heute der Fall ist. Diese Gegebenheit äußert sich auch in den unterschiedlichen Klassengrößen der beiden Karten.





Agrarquote der Steiermark 2021
Agrarquote der Steiermark 2021
Diese Karte zeigt die Agrarquote der steirischen Gemeinden für das Jahr 2021. Die unterschiedlichen Agrarquoten werden wieder mithilfe des Farbspektrums weiß - grün in fünf Klassen dargestellt. Gemeinden, die weiß gekennzeichnet sind, weisen eine vergleichsweise niedrige Agrarquote (bis 4 %) auf, dunkelgrüne Gemeinden beschreiben eine hohe Agrarquote (bis knapp 30%). Zwischen diesen beiden finden sich noch drei weitere Klassen, welche in hellgrün - grün dargestellt sind und vergleichsweise mittelhohe bzw. -niedrige Agrarquoten symbolisieren.

Obwohl die Karte von 2021 diesselben Farben wie jene von 1981 aufweist, ergibt sich beim Vergleich der beiden ein unterschiedliches Bild. Einerseits sind die Gemeindegrößen und Grenzen andere (siehe Text zu "Agrarquote der Steiermark 1981" bzw. "1.3 Gemeinden der Steiermark). Andererseits wurden unterschiedliche Werte für die fünf Klassen der Agrarquoten gewählt. Da die Agrarquote der Steiermark von 1981 bis 2021 insgesamt deutlich zurückging, wurden auch niedrigere Werte für die Klassen verwendet.

Die rückläufige Agrarquote ist darauf zurückzuführen, dass tendenziell immer weniger Menschen im primären Sektor tätig sind. Dieses Phänomen, welches weltweit zu beobachten ist, kann als "Deagrarisierung" bezeichnet werden. Demgegenüber arbeiten Menschen zunehmend im tertiären Sektor (Dienstleistungen), was wiederum unter dem Begriff der "Tertiärisierung" charakterisiert wird . Zudem sind Land- und Forstwirtschaft in der Steiermark weitestgehend hoch technologisiert und automatisiert, wodurch weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird. Außerdem wurde es in den vergangenen Jahrzehnten immer schwieriger, gewinnbringend Land- und Forstwirtschaft zu betreiben. Die Bauern und Bäuerinnen haben dabei einen hohen Arbeitsaufwand bei wenig finanziellem Ertrag. Die veränderten Agrarquoten haben jedoch kaum Auswirkungen auf die sichtbare Kulturlandschaft.

Es gibt aber auch (seltene) Ausnahmen einzelner steirischer Gemeinden, in denen die Agrarquote zwischen 1981 und 2021 fast gleich geblieben oder sogar gestiegen ist. Ein Beispiel ist Leutschach in Leibnitz. Nicht zuletzt wegen der Gemeindestrukturreform, wonach Leutschach mit den umliegenden Gemeinden Schloßberg, Eichberg-Trautenburg und Glanz an der Weinstraße, die allesamt eine relativ hohe Agrarquote aufweisen, zusammengelegt wurde. Daher hat die Gemeinde Leutschach 2021 eine höhere Agrarquote als die alte, gleichnamige Gemeinde 1981. Als ein weiteres Exampel kann die Gemeinde Oberwölz-Stadt genannt werden, die mit den agrarisch dominierten Gemeinden Oberwölz Umgebung, Schönberg-Lachtal und Winklern bei Oberwölz fusioniert wurde und nun die Bezeichnung Stadtgemeinde Oberwölz trägt. Auch sie weist durch die Zusammenlegung der Gemeinden eine höhere Agrarquote als im Jahre 1921 auf.

Blick auf die Gemeinde Leutschach in der Südsteiermark, die auch heute noch eine relativ hohe Agrarquote aufweist. (Foto: M. Lieb)
Blick auf die Gemeinde Leutschach in der Südsteiermark, die auch heute noch eine relativ hohe Agrarquote aufweist. (Foto: M. Lieb)


Quellenverzeichnis

Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/MS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Autorinnen und Autoren

Karten:
Mag. Michael Lieb (2021), Mag.a Edeltraud Pirker (2024)

Text zu den Karten:
Mag. Michael Lieb (2021)

Arbeitsmaterialien:
Mag. Michael Lieb (2021)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Redaktionelle Bearbeitung:
Nora Schopper BA MSc

Impressum: www.schulatlas.at