GESELLSCHAFT, WIRTSCHAFT UND KULTUR
Bildungsstand
Einleitung
Bildungsstand der Bevölkerung der Steiermark

Bildungsstand Bezirke
Bei der Karte „Höchste abgeschlossene Ausbildung in den Bezirken 2014“ handelt es sich um ein sogenanntes Kartodiagramm. Dabei finden sich über jedem Bezirk Diagramme, welche proportional zu den Bewohnerinnen und Bewohnern über 15 Jahren sind und welche in weiterer Folge nach ihrem Bildungsstand untergliedert werden. Zu beachten ist, dass für die Karten alle Einwohnerinnen und Einwohner ab 15 Jahren herangezogen wurden. Das bedeutet, dass viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu diesem Zeitpunkt noch nicht die angestrebte Ausbildung beendet haben. Würde man also eine höhere Altersgrenze nehmen, so wäre der Anteil der sekundären und tertiären Bildungsabschlüsse dementsprechend höher.
Die Diagramme in der ersten vorliegenden Karte beinhalten drei Kategorien zum Stand der höchsten Ausbildung. Dabei fällt auf den ersten Blick sofort auf, dass in allen Bezirken am meisten Menschen mit einem sekundären Abschluss leben. Zum sekundären Abschluss zählen weiterführende Schulen nach dem Pflichtschulabschluss, sowie ein Kolleg-, ein Meisterschulabschluss oder die Absolvierung eines Lehrganges an einer tertiären Bildungseinrichtung (vergl. Abb. 1). Ein sekundärer Bildungsabschluss wird in den Diagrammen, Karten sowie in allen Tabellen in Blau dargestellt. Diese Zahl ist mit Ausnahme von Graz (54,48%) in allen Bezirken relativ einheitlich und bewegt sich innerhalb von ein paar Prozentpunkten bei rund zwei Drittel zwischen 61,57% und 67,55%.
Bei den primären Bildungsabschlüssen fällt wiederum Graz mit dem niedrigsten Wert von 21,7% auf, gefolgt von Graz-Umgebung mit 22,65%. Die höchsten Anteile liegen mit je über 30% in Leibnitz bzw. der Südoststeiermark.
Beim tertiären Bildungsabschluss ist das Stadt-Land-Gefälle besonders auffällig. Dieser Anteil beträgt in der Landeshauptstadt 23,81%. Also fast jeder vierte Grazer bzw. jede vierte Grazerin verfügt über einen Hochschul- bzw. einige wenige über einen Akademieabschluss. Dies mag vor allem darin begründet sein, dass Graz eine Universitätsstadt ist und daher besonders viele Studentinnen und Studenten hier leben und in weiterer Folge aufgrund der besseren Arbeitsverhältnisse in der Stadt bleiben. Viele von ihnen ziehen oft nach einer Familiengründung aber auch ins Umland von Graz, sodass in Graz-Umgebung der zweithöchste Wert mit 11,51% vorliegt. In allen übrigen Bezirken leben gerade einmal zwischen 5,5% (Südoststeiermark) und 7,8% (Leoben) Menschen mit einem tertiären Bildungsabschluss, das entspricht in etwa der Hälfte bzw. drei Viertel des Durchschnittswertes in der Steiermark (vergl. Tab. 1).

In Tabelle 2 sowie Abbildung 3 erfolgt schließlich noch eine genauere Differenzierung des Bildungsstandes der Bevölkerung nach Bezirken. Hier werden die einzelnen Schulen bzw. Ausbildungsformen aufgelistet.
Dabei wird wiederum das Stadt-Land-Gefälle besonders deutlich. Während in Graz mindestens jede fünfte Person einen Hochschulabschluss besitzt, sind es in den anderen Bezirken wesentlich weniger. In Graz-Umgebung leben rund 10% Akademikerinnen und Akademiker, in den übrigen Bezirken ist deren Anteil aber nochmals viel niedriger und bewegt sich zwischen 3,7% (Südoststeiermark) und 6,4% (Leoben). Der Steiermarkdurchschnitt bei Hochschulabschlüssen liegt dank Graz immerhin bei 9,2%.
Besonders ins Auge sticht die Landeshauptstadt auch bei den AHS-Abschlüssen, deren Anteil hier bei 12% liegt, während der zweithöchste Wert in Graz-Umgebung nur 5,7% beträgt. Diese hohe Zahl mag darin begründet sein, dass Graz eine besonders hohe Dichte an Gymnasien besitzt, während in allen anderen Bezirken diese Schulform nicht sehr häufig vorhanden ist. Der steirische Durchschnitt bei den AHS-Absolventinnen und Absolventen beträgt mit 5,5% weniger als die Hälfte jenes Wertes in Graz, die übrigen elf Bezirke schreiben sogar Zahlen unter 5%. Daher wird deutlich, wie sehr der Grazer Anteil den steirischen Durchschnitt in die Höhe treibt.
Einmal mehr fällt die Landeshauptstadt noch bei den Lehrabschlüssen auf, wo die Stadt mit etwas über 22% einen besonders niedrigen Anteil im Vergleich zu den anderen Bezirken aufweist. Dieser bewegt sich ansonsten recht einheitlich zwischen 36% und 41%. Daraus ergibt sich ein Steiermarkdurchschnitt von rund 35%, ohne Graz läge er sogar bei knapp 39%.

Pflichtschulabschluss

Betrachtet man den primären Bildungsabschluss in der Steiermark, so fällt auf, dass es im Bezirk Südoststeiermark besonders viele Gemeinden gibt, in denen ein hoher Anteil an Menschen mit Pflichtschulabschluss oder darunter wohnen. Aber auch die anderen Bezirke aus der Ost- und Weststeiermark - hier insbesondere in den Grenzregionen - welche allesamt eher ländlich-agrarisch geprägt sind, stechen auf der Karte mit hohen Werten hervor (vergl. Tab. 3).
Unter den Gemeinden mit den niedrigsten Anteilen an Pflichtschulabschlüssen stammen besonders viele aus Graz Umgebung (5), drei aus dem Bezirk Murtal und je eine aus den Bezirken Leoben und Liezen. Der niedrigste Wert ist in Stattegg mit etwas mehr als 15% zu verzeichnen, an der zweiten Stelle liegt Hart bei Graz mit 17% und am dritten Rang schließlich Haselsdorf-Tobelbad mit gut 18% (vergl. Tab. 4).


Sekundärer Bildungsabschluss

Einen sekundären Bildungsabschluss besitzen, wie schon mehrmals erwähnt, rund zwei Drittel der steirischen Bevölkerung. Hierzu werden neben der Lehre und den weiterführenden Meisterschulen, der AHS, der BMS und BHS sowie den Gesundheitsschulen, auch Abschlüsse an Kollegs gezählt. Obwohl Kollegs an sich im Bildungssystem zur Tertiärstufe zählen werden sie in diesen Ausführungen, aufgrund ihrer hohen Affinität zu berufsbildenden höheren Schulen, zum sekundären Bildungsabschluss hinzugerechnet. Sie richten sich vor allem an AHS-Absolventinnen und Absolventen, welche einen BHS-Abschluss nachholen möchten.
Jene Gemeinden mit dem höchsten Anteil an sekundären Bildungsabschlüssen stammen vorwiegend aus obersteirischen Bezirken. Dabei weist St. Jakob im Walde mit fast 77% den höchsten Wert auf, gefolgt von Pusterwald und Aich mit jeweils etwas mehr als 74% (vergl. Tab. 5).
Die relativ niedrigsten Anteile werden in der Landeshauptstadt mit rund 49 % sowie in Kainbach bei Graz mit 52% verzeichnet. Weitere Gemeinden mit niedrigen Werten stammen großteils ebenso aus Graz Umgebung (vergl. Tab. 6).


Tertiärer Bildungsabschluss

Was den tertiären Bildungsabschluss als höchste abgeschlossene Ausbildung betrifft, so beträgt dieser im Steiermarkdurchschnitt 14 %. Hier wird das Stadt-Land-Gefälle besonders deutlich.
Wie in Tabelle 7 ersichtlich, hat Stattegg bei Graz mit über 32% einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Hochschul- und Akademieabgängen zu verzeichnen, dicht gefolgt von der Landeshauptstadt selbst und an dritter Stelle liegt schließlich Hart bei Graz. Auffällig ist dabei, dass die ersten 10 Plätze allesamt von Gemeinden aus Graz Umgebung (inklusive Graz) besetzt sind. Auffällig ist auch das steirische Salzkammergut, wo ebenso ein hoher Anteil an gut ausgebildeten Menschen wohnt.
Ein besonders niedriger relativer Anteil an Personen mit hohen Bildungsabschlüssen ist vor allem in ländlichen Gemeinden zu finden. Hier wird die Statistik von St. Kathrein am Hauenstein angeführt, am zweiten Platz liegt Oberhaag und an der dritten Stelle Hartl mit jeweils rund um 4 % (vergl. Tab. 8).


Akademikerquote 2022

Quellenverzeichnis
Datengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Landesstatistik Steiermark
Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS
Internetquellen:
Statistik Austria: www.statistik.at
Landesstatistik Steiermark: www.landesstatistik.steiermark.at
Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf
Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568
Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24
Autorinnen und Autoren
Text:
Mag. Edeltraud Pirker (2017, 2024)
Kartengestaltung:
Mag. Edeltraud Pirker (2024)
Arbeitsmaterialien:
Mag. Michael Lieb
Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb
Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb
Web-Bearbeitung:
Mag.Edeltraud Pirker (2024)
Redaktionelle Bearbeitung:
Nora Schopper BA MSc