Member Area
Struktur des Schulatlas und didaktische Überlegungen Drucken E-Mail

Der SCHULATLAS STEIERMARK ist thematisch wie folgt strukturiert, wobei jedes der genannten Themen weiter in Unterthemen gegliedert ist, was sich in deren hierarchischer Nummerierung widerspiegelt:

  1. Basisinformationen und Grundlagen

  2. Die Steiermark in ihrem Umfeld

  3. Naturraum und Physische Geographie

  4. Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur

  5. Umweltprobleme, Umwelt- und Naturschutz


Jedes Einzelthema (z. B. 4.1. Bevölkerung und Siedlung) besitzt einen modularen Aufbau mit den folgenden Grundelementen:

  • Karten: Herzstück jedes Einzelthemas sind – meist thematische – Karten.

  • Grundinformationen: Zum jeweiligen Thema gibt eine knappe textliche Erläuterung.

  • Lehrplanbezüge: Begründung der Eignung des jeweiligen Themas in Bezug auf die Lehrpläne in Frage kommender Schulfächer und Angabe ausgewählter Lernziele.

  • Unterrichtsmaterialien: Arbeitskarten und Lösungsblätter für handlungsorientierte Unterrichtseinheiten.

Da der Schulatlas als dynamisches Projekt konzipiert ist – d. h. dass seine Inhalte sich laufend durch Aktualisierungen und Neubearbeitungen von Themengebieten ändern – müssen nicht alle angebotenen Themen alle genannten Grundelemente beinhalten. Das Team ist jedoch bemüht, durch sukzessive Weiterentwicklung die bestehenden Lücken zu schließen und ist auch dankbar für Wünsche, Tipps und Korrekturen von Seiten der Nutzerinnen und Nutzer.

Die lehrplanmäßige Beschäftigung mit dem Heimatbundesland und –bezirk erfolgt in der Volksschule, weshalb Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler der Primarstufe eine erste wichtige Zielgruppe des SCHULATLAS STEIERMARK sind. Zur Festigung der dabei erworbenen Kenntnisse sowie zur Begründung einer raumbezogenen Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler erscheint es jedoch sinnvoll, sich auch in späteren Schuljahren mit dem regionalen Umfeld (Gemeinde, Bezirk, Bundesland) zu beschäftigen, auch wenn dies nicht mehr explizit von den Lehrplänen gefordert wird. Durch das Aufgreifen der Steiermark im Unterricht nach dem exemplarischen Prinzip kann etwa den Anforderungen des Lehrplanes Geographie und Wirtschaftskunde für die 10-14-Jährigen gut Rechnung getragen werden. Dieser sieht beispielsweise vor, grundlegende Arbeitstechniken und topographisches Grundverständnis im Unterricht zu erlernen und zu erproben. Durch den Schulatlas wird die Möglichkeit geboten, diese Fähigkeiten an Hand der aufbereiteten statistischen Daten und thematischen Karten aus der Steiermark zu erwerben bzw. zu festigen. Für weitere Überlegungen hierzu wird auf Pirker et al. (2008) verwiesen.

Die oben besprochenen Grundelemente bieten den Lehrenden vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für ein breites Spektrum an Zielen, Inhalten und Methoden im Unterricht verschiedener Schulfächer. Die Unterrichtsmaterialien sind so konzipiert, dass ihr Einsatz in verschiedenen Schulstufen differenziert nach Anforderungsbereichen möglich ist. Mit deren Auswahl und Gestaltung will der SCHULATLAS STEIERMARK auch einen Beitrag zum kompetenzorientierten Unterricht leisten. Hierzu liegt ein ausführlicher Artikel vor (Lieb u. Pietsch 2014), dessen Kernaussagen in Form von fünf Thesen nachfolgend wiedergegeben und erläutert werden.

  • Rolle der Lehrperson: Selbstverständlich kann ein interaktiver Atlas nicht aus sich heraus garantieren, dass kompetenzorientierter Unterricht gelingt. Vielmehr muss dieser durch geeignete didaktische Settings, deren umsichtige Konzeption und Vorbereitung den Lehrenden obliegt, unterstützt werden. Hilfestellungen hierfür bieten etwa methodisch-didaktische Prinzipien (z. B. Handlungsorientierung) oder die vom Projektteam besonders empfohlene didaktische Rekonstruktion nach Kattmann (2007).
  • Inhaltliche Vielfalt: Eine klare Stärke des SCHULATLAS STEIERMARK ist die von in Summe weit über hundert Karten und zugehörigen Informationen abgedeckte thematische Breite. Lehrpersonen können somit nach dem exemplarischen Prinzip aus einer breiten Palette an Inhalten auswählen. Dies wiederum kann im Sinn des Kompetenzmodells Geographie und Wirtschaftskunde (BMBF 2012) helfen, die Teilkompetenz Multiperspektivität zu erreichen oder fächerübergreifend zu arbeiten.
  • Offene Lernsequenzen: Die im Schulatlas verfügbaren Materialien werden so konzipiert, dass man sie in Freiarbeitsphasen einsetzen kann: Viele Erprobungen in der Schulpraxis haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler mit den Materialien eigenständig und in angemessenem zeitlichen Rahmen arbeiten können, dass ihnen eine Selbstkontrolle (z. B. über die Lösungsblätter) ermöglicht wird sowie entdeckendes und forschendes Lernen gelingen kann.
  • Differenzierung: Sowohl innerhalb vieler Einzelthemen des Schulatlas als auch insbesondere durch die Kombination verschiedener Karten und anderer Materialien lassen sich Aufgabenstellungen nach Schwierigkeitsstufen gut differenzieren. Vom einfachen Zurechtfinden in Karten (Anforderungsbereich 1) bis zur komplexen Bearbeitung raumordnungspolitischer Fragestellungen (Anforderungsbereich 3) unterstützt der SCHULATLAS STEIERMARK eine breite Palette an Aufgabenformaten.
  • Vernetztes Denken: Die schon angesprochene Multiperspektivität bzw. Interdisziplinarität, wie sie sich aus der inhaltlichen, aber auch methodischen Vielfalt des Schulatlas ergibt, trägt dazu bei, Schülerinnen und Schüler an komplexe Beziehungen, etwa bei Fragen des Globalen Wandels unter Beachtung verschiedener räumlicher Handlungsebenen, heranzuführen. Durch entsprechende Lernarrangements wird wesentlich zum Erwerb von Synthesekompetenz beigetragen und bei Lernenden ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass es keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen gibt.